Zu harte Kritik an Merkel: Auswärtige​s Amt bestellt türkischen Botschafte​r ein

Die Bundesregierung reagiert mit einer diplomatischen Rüge auf die scharfe Merkel-Kritik des türkischen EU-Ministers Egemen Bağış. Dieser hatte sie davor gewarnt, die Türkei für innenpolitische Zwecke auszuschlachten. Der türkische Botschafter in Deutschland wurde nun ins Auswärtige Amt einbestellt.

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Das Auswärtige Amt hat den türkischen Botschafter in Deutschland, Hüseyin Avni Karslıoğlu, einbestellt. Der Auslöser der „diplomatischen Rüge“ ist die Merkel-Kritik des türkischen EU-Ministers Egemen Bağış.

„Wenn Frau Merkel ein Thema sucht, welches sie innenpolitisch ausschlachten möchte, dann sollte das nicht die Türkei sein. Ich erinnere sie daran, was mit Sarkozy passiert ist, der ebenfalls diesen Weg beschritten hatte. Diejenigen, die sich mit der Türkei anlegen, erwartet kein gutes Ende.“

Mit dem Hinweis auf den NSU-Prozess sagte Bağış weiterhin, dass sich Bundeskanzlerin Merkel zuerst an die eigene Nase fassen solle, bevor sie Kritik an den Polizeieinsätzen in der Türkei übt. „Wenn Merkels Rechnung nicht aufgeht, dann wird sie schon bald mit Sarkozy zum Angeln gehen“, zitiert ihn die Hürriyet.

Dem EU-Beitrittsprozess der Türkei droht somit ein weiterer herber Rückschlag (hier). Zuvor wurde die für Mittwoch geplante EU-Beitrittskonferenz mit Ankara abgesagt. Die Konferenz sollte einen Durchbruch in den EU-Beitrittsgesprächen mit Ankara bringen. Doch Deutschland und die Niederlande stimmten dagegen.