Turbulenzen an der Börse Dubai könnten Vorspiel zu globaler Krise sein

Die Börse Dubai ist ein Frühindikator für globale Entwicklungen. Der Absturz in den vergangenen Wochen könnte Vorbote einer weltweiten Krise sein. Die Probleme kommen, wie meist bei internationalen Problemen, aus dem Immobilien-Segment.

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Der Leitindex der Börse Dubai hat innerhalb der vergangenen sechs Wochen rund 25% verloren. Grund für den Einbruch war der Immobilienmarkt – ähnlich wie 2008. Ist die Entwicklung in Dubai nur regional interessant – oder Vorbote für eine Neuauflage der weltweiten Finanzkrise des Jahres 2008?

Anfang Mai hatte die Börse Dubai noch ein Mehrjahreshoch erreicht – am letzten Dienstag im Juni folgte dann der scharfe Einbruch. Es war insbesondere der Baukonzern Arabtec Holding, welcher den Anlegern die Stimmung verhagelte. Zweifel an der Geschäftsstrategie des Unternehmens und dem angekündigten Ausstieg von Großaktionären führten dazu, dass sich der Kurs dieser Aktie in diesem Monat halbiert hat. Dies ließ die Anleger nervös werden, weshalb es insbesondere die Bau-/Immobilien-Aktien in Dubai waren, welche hart getroffen wurden, berichtet WSJ.

Bis Mai war die Welt an der Börse Dubai noch in Ordnung: MSCI stuften die Vereinigten Arabischen Emirate auf den Status eines „Emerging Market“ herauf, die World Expo 2020 in Dubai beflügelte den Markt zusätzlich. Im Jahr 2013 gehörte der DFM-Leitindex (Dubai Financial Market) der Börse Dubai mit einem Zuwachs von rund 108% zu den Indizes mit der besten Performance weltweit.

Marktteilnehmer fragen sich derzeit, ob es sich nur um eine technische Korrektur nach den vorigen starken Kurszuwächsen handelt – oder ob ein neuer Bärenmarkt in Dubai um sich gegriffen hat. Besorgniserregend ist die Tatsache, dass es wieder der Immobilienmarkt ist, von dem die Kursverluste ausgingen. 2008 begann es in Dubai ebenfalls so: Ein dort zuvor nie gesehener Bau-Boom hatte zu einem gewaltigen Überangebot an Immobilien geführt. Hypotheken waren leichtfertig und ohne hohen Eigenkapital-Anteil vergeben worden.

Das rächte sich: Die Immobilienpreise brachen aufgrund des Überangebots ein, viele Kredite konnten nicht bedient werden, ausländische Anleger zogen Milliarden ab. Am Ende saß das Emirat Dubai auf milliardenschweren Schulden und die Zahlungsunfähigkeit zahlreicher Unternehmen drohte. Nur durch die Hilfe des Emirats Abu Dhabi, welches Dubai 2009 einen Kredit über zehn Milliarden Dollar gewährte, konnte die Krise damals letztlich begrenzt werden.

Es sieht so aus, als ob einige Fehler der damaligen Immobilien-Blase zuletzt wiederholt worden sind. Ein heiß gelaufener Immobilienmarkt mit über 40% Preiszuwachs im letzten Jahr hatte zu laxer Kreditvergabe und einem massiven Überangebot an Neubauprojekten (45.000 in der Pipeline) geführt.

Das Gegensteuern des Emirats durch Erhöhung der Grunderwerbsteuer von 2 Prozent auf 4 Prozent war offensichtlich nicht ausreichend. Da die strukturellen Probleme am Immobilienmarkt Dubais weiter bestehen, kann dies durchaus das Ende des Euphorie an der Börse Dubai signalisieren. Sofern dies auf Dubai begrenzt werden kann, ist dies für die Weltwirtschaft verkraftbar. Sollte es aber wie 2008 nur ein Teil einer weltweiten Finanzkrise sein, droht den Börsen weltweit Ungemach.

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