Auch Goldman Sachs muss für Sanierung des US-Haushalts zahlen

Die US-Regierung zwingt Goldman Sachs, Schrottpapiere im Wert von 1,2 Milliarden Dollar zurückzukaufen, die die Investmentbank den staatlichen Immobilienfinanzierern verkauft hatte. Die US-Regierung kann so willkommene Einnahmen verbuchen. Goldman wird die Zahlung verschmerzen: Allein im Jahr 2013 lag der Gewinn der Bank bei 8 Milliarden Dollar. Wenn die Bank es geschickt macht, kann der Rückkauf für sie auch ein gutes Geschäft werden.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Im Streit über den Verkauf minderwertiger Hypothekenpapiere vor der Finanzkrise hat Goldman Sachs eine milliardenschwere Einigung mit der zuständigen US-Aufsichtsbehörde bekanntgegeben. Goldman erwirbt nach eigenen Angaben vom Freitag für 3,15 Milliarden Dollar Wertpapiere zurück, die die Investmentbank von 2005 bis 2007 an die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verkauft hatte. Die zuständige Behörde FHFA bezifferte das Volumen des Vergleichs auf 1,2 Milliarden Dollar, weil die Papiere derzeit nicht 3,15, sondern nur knapp zwei Milliarden Dollar wert sind. Die FHFA hatte Goldman vorgeworfen, die zugrundeliegenden Hypotheken hätten zum Teil eine deutlich schlechtere Kreditqualität gehabt als ausgewiesen.

Goldman musste im Rahmen des Vergleichs kein Fehlverhalten einräumen und kann die Kosten aus existierenden Rückstellungen decken. Im Gegensatz zur FHFA ermittelt das US-Justizministerium weiterhin gegen das Geldhaus wegen der Vermarktung von hypothekenbesicherten Wertpapieren. Die Bank of America hatte die entsprechenden Untersuchungen des Justizministeriums am Donnerstag mit einer Rekordstrafe von fast 17 Milliarden Dollar beigelegt.

Für Goldman ist die Strafe kein Problem: Die Bank machte im Jahr 2013 einen Gewinn von 8 Milliarden Dollar. Goldman hat nun die Chance, die Papiere auf den MArjt zu bringen. Findet sie ein intelligentes Vehikel, kann sie in einigen Jahren einen satten Gewinn verbuchen. Wer wollte an der Kreativität von Goldman zweifeln?

Für Obama ist der Deal erfreulich, weil die verstaatlichten Immobilienfinanzierer ihr Risiko vermindern und somit keine neue Belastung für den US-Staatshaushalt darstellen.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***