Russischer General will nuklearen Erstschlag gegen Nato wieder in Militär-Doktrin

Der neue Kalte Krieg weckt bei einigen russischen Militärs neue Fantasien: Ein General hat vorgeschlagen, einen nuklearen Erstschlag gegen die Nato zur offiziellen Verteidigungsdoktrin zu machen. Die russische Armeeführung lehnt einen solchen Erstschlag ab. Doch wie die Nato ist auch die russische Armee auf der Suche nach einer neuen strategischen Ausrichtung. Da leben offenbar alte Reflexe wieder auf.

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Der russische General Yury Yakubov, ein hoher Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums, hat einen nuklearen Erstschlag gegen die NATO als neue Doktrin für die russischen Streitkräfte verlangt. Der General sagte, dass der Hauptfeind der Russen die Amerikaner und damit das nordatlantische Bündnis seien. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax.

Die aktuelle russische Verteidigungsdoktrin 2010 sieht die NATO nicht mehr ausdrücklich als Feind an. Doch der General sagte, dass diese Doktrin im Licht der Ukraine-Krise geändert werden müsse. Insbesondere hält Yakubov die Ankündigung der Nato für gefährlich, sich weiter in den Osten ausbreiten zu wollen. Damit habe sich die Befürchtung viele russischer Militärs bestätigt, dass die Ankündigung der Nato, Russland nicht angreifen zu wollen, nicht ernst gemeint gewesen sei. Yakubov sagte: „Es ist in diesem Zusammenhang notwendig, die Bedingungen zu definieren, unter denen Russland einen Erstschlag mit den Russischen Strategischen Raketen-Streitkräften durchführen kann.“ Diese Raketen tragen in der Regel Nuklearsprengköpfe.

Yabukos Meinung ist allerdings nicht die offizielle Sprachregelung des Kreml. Wie die Moskau Times berichtet, wird innerhalb der Ausführung über eine Neuformulierung geltenden Doktrin diskutiert. In diesem Zusammenhang haben der arabische Frühling und Syrien eine größere Bedeutung. Allerdings sei in den vergangenen Wochen auch verstärkt darüber diskutiert worden, die Russland auf eine Aggression der Nato in der Ukraine reagieren solle, schreibt die Nachrichtenagentur Ria Novosti. Die Nachrichtenagentur schreibt weiters, dass die Armeeführung die Wiederaufnahme des nuklearen Erstschlags ablehnt.

Allerdings hatte vor wenigen Tagen Russlands Präsident Wladimir Putin höchstpersönlich die Feinde Russlands gewarnt, sein Land zu reizen – immerhin habe man es, so Putin, mit einer Nuklearmacht zu tun.

Die Amerikaner hatten den Russen vor einigen Wochen vorgeworfen, einen unerlaubten Raketentest mit atomwaffenfähigen Sprengköpfen durchgeführt zu haben.

Video: Putin weint bei der Nationalhymne (3. September, Mongolei-Besuch)

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