Opel-Produktion in Bochum ist Geschichte

Nie wieder Opel aus Bochum: Im Traditionswerk lief der letzte Opel vom Band. Bis 2020 gibt es das Werk nur noch als Ersatzteillager.

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Bei Opel in Bochum endet am Freitag die Produktion. Die Bänder der traditionsreichen Fabrik in der Ruhrgebietsstadt werden endgültig angehalten, eine Woche früher als zunächst vorgesehen war. Die Rüsselsheimer GM -Tochter begründet dies damit, dass das geplante Produktionsvolumen von 90.000 Fahrzeugen des Familienwagens Zafira bereits am Freitag erreicht sei. Damit geht eine 52-jährige Geschichte des Automobilbaus in Bochum zuende. Rund 3000 Menschen verlieren damit ihre Arbeit.

Der Zafira wird künftig im Stammwerk in Rüsselsheim gebaut. Dort soll er so lange produziert werden, bis das Nachfolgemodell auf den Markt kommt, das Opel derzeit mit Peugeot entwickelt.

2500 Bochumer Opelaner sollen in eine Transfergesellschaft wechseln, um für eine andere Beschäftigung qualifiziert zu werden. Die Chancen auf eine neue Stelle in dem von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Ruhrgebiet gelten jedoch als gering. Die Mitarbeiter in dem Werk sind im Schnitt 49 Jahre alt. Nur 200 von ihnen soll eine Beschäftigung an anderen Standorten von Opel angeboten werden. Rund 550 Millionen Euro zahlt die Konzernmutter General Motors nach Gewerkschaftsangaben für die Schließung – vor allem für die Jobbörse und Abfindungen. Im Schnitt erhält jeder Mitarbeiter 125.000 Euro, die versteuert werden müssen.

Die Opelaner arbeiten im Durchschnitt schon seit 25 Jahren bei dem Autobauer mit dem Blitz als Markenzeichen. Etwa 1000 langjährig Beschäftigte sollen am Samstag auf einer Veranstaltung geehrt werden. Am Montag findet dann die letzte Betriebsversammlung statt. Bis zum 12. Dezember werden noch Fahrzeuge ausgeliefert. Danach beginnt die Demontage der Anlagen. 700 Arbeitsplätze bleiben zunächst bis zum Jahr 2020 im zentralen Ersatzteillager erhalten.

In der Fabrik auf einem ehemaligen Zechengelände arbeiteten zu Hochzeiten 20.000 Menschen. Modelle wie Kadett, Manta, Astra und später der Familienwagen Zafira wurden dort montiert. Eine Entwicklungsgesellschaft, an der die Stadt und Opel beteiligt sind, soll das rund 70 Hektar große Werksgelände aufbereiten und neue Investoren finden. Das Opel-Verwaltungsgebäude am Werk I mit dem Opel-Schriftzug auf dem Dach wurde vor kurzem unter Denkmalschutz gestellt.

Die Schließung der traditionsreichen Fabrik ist neben zahlreichen neuen Automodellen ein wichtiger Bestandteil der Strategie des US-Konzerns, um das chronisch defizitäre Europageschäft bis 2016 in die Gewinnzone zu führen.

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