Rechtsextreme in der Ukraine: „Es gibt nur eine militärische Lösung“

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
20.02.2015 00:39
Die ukrainischen Freiwilligen-Bataillone und der Rechte Sektor haben einen eigenen Generalstab gegründet, um in der Ukraine für eine „militärische Lösung“ zu sorgen. Der offizielle Generalstab in Kiew habe versagt. Die OSZE warnt vor Ausbrüchen von „unkontrollierter Gewalt“. Im Westen sind die Umtriebe der paramilitärischen Rechtsextremen bisher unbeachtet geblieben.
Rechtsextreme in der Ukraine: „Es gibt nur eine militärische Lösung“

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Kommandeur des Freiwilligen-Bataillons Donbass, Semen Semenchenko, hat am Mittwoch die Schaffung einer zentralen Stelle zur Koordinierung aller Freiwilligen-Verbände angekündigt. Er sei zur „objektiven Erkenntnis“ gekommen, dass der Generalstab nicht imstande sei, die Freiwilligen-Verbände im Kampf gegen die Rebellen zu koordinieren.

Der ukrainische TV-Sender Channel 9 übertrug die Ankündigung Semenchenkos. Der Milizen-Kommandeur sagt, dass es für den aktuellen Konflikt in der Ukraine „nur eine militärische Lösung“ geben könne. Eine andere Lösung komme nicht in Betracht.

Doch die Bataillone seien der „wichtigste Faktor“ im „Befreiungs-Krieg“. An dieser Initiative zur Gründung eines von der Kiewer Regierung unabhängigen autonomen „Generalstabs“ sollen neben der extremistischen Organisation Rechter Sektor insgesamt 17 Freiwilligen-Verbände beteiligt sein. Zum neuen „Generalstab“ soll auch der Führer des Rechten Sektors, Dmitri Jarosch, gehören.

Die Gründung der neuen Militär-Führung kündigt Semenchenko auch in den Sozialen Medien auf Vkontakte an. Dort posiert er mit mehreren führenden Bataillons-Mitgliedern auf einem aktuellen Foto, worunter sich auch Jarosch befindet. Dieser liegt verletzt in einem Krankenbett. Die Mitglieder des Rechten Sektors sind verzahnt mit der umstrittenen Battailon Asow, der sich auch rechte Söldner aus Europa angeschlossen haben.

Beobachter fürchten, dass sich die paramilitärischen Truppen von der regulären ukrainischen Armee abspalten und als marodierende Söldner durch das Land ziehen könnten. In den westlichen Analysen zu den Ursachen des Bürgerkriegs in der Ukraine haben die Umtriebe der Rechtsextremen bisher keine Beachtung gefunden. Stattdessen werden in vielen Medien, vor allem in den öffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland, die Verlautbarungen der ukrainischen Armee kritiklos als Fakten referiert. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Rebellen die einzigen sind, die permanent gegen alle Vereinbarungen verstoßen. Tatsächlich hat der Rechte Sektor unmittelbar nach dem Treffen in Minsk mitgeteilt, sich nicht an den Waffenstillstand halten zu wollen.

Am Donnerstag ist es in der Ost-Ukraine trotz der vereinbarten Waffenruhe zu Gefechten zwischen dem ukrainischen Militär, den Freiwilligen-Bataillonen und Rebellen gekommen. In Donezk war der Einsatz von Artillerie zu beobachten. Im Norden der Stadt Donezk waren die Kämpfe besonders intensiv, berichtet die BBC.  Doch auch in der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol fanden Gefechte statt.

Der Vorsitzende der OSZE-Mission, der serbische Außenminister Ivica Dačić warnte am Donnerstag vor „unkontrollierter Gewalt“ und forderte alle Seiten auf, „unverzüglich alle Aktivitäten zu stoppen, die die Chancen auf Frieden, die sich aus dem Minsker Abkommen ergeben, gefährden“.


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Institute erwarten Erholung von Corona-Rezession bereits im nächsten Jahr

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten hierzulande die schwerste Rezession seit 1970. Doch schon für das kommende Jahr...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Mittwoch: Die Entwicklungen zum Coronavirus im Live-Ticker

Es folgen die Entwicklungen vom Mittwoch, den 8. April, im Live-Ticker. Das Coronavirus ist noch immer weltweit das bestimmende Thema.

DWN
Deutschland
Deutschland Bleiben Sie stets informiert und unterstützen Sie die Deutschen Wirtschafts Nachrichten per Abo

Aktuell dreht sich alles um das Coronavirus. Das öffentliche Leben ist komplett heruntergefahren worden - Schulen, Restaurants und der...

DWN
Deutschland
Deutschland Porsche zahlt Mitarbeitern erneut 9700 Euro Prämie

Porsche überweist seinen Mitarbeitern trotz der aktuellen Krise auch in diesem Jahr 9700 Euro zusätzlich.

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsbankrott in Argentinien: Gläubiger verlieren zehn Milliarden Dollar

Argentinien hat Zahlungen bei Anleihen in der Größenordnung von bis zu 10 Milliarden Dollar eingestellt. Es ist der neunte Staatsbankrott...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesregierung plant Einführung des 12-Stunden-Arbeitstags

Die Bundesregierung will angesichts der Corona-Pandemie für zahlreiche Branchen längere Arbeitszeiten bis zu zwölf Stunden, kürzere...

DWN
Deutschland
Deutschland Regierung erwartet deutlich mehr Kurzarbeit als in der Finanzkrise

Die Kurzarbeit wird in der Virus-Krise nach Einschätzung der Bundesregierung einen neuen Rekordstand erreichen. Die Kurzarbeit werde...

DWN
Finanzen
Finanzen Target 2: Forderungen der Bundesbank im Eurosystem nähern sich der Billionenmarke

Die Forderungen der Bundesbank gegenüber andere Euro-Zentralbanken nähert sich der Marke von einer Billion Euro. Die Marke dürfte bald...

DWN
Politik
Politik China muss die Welt wegen des Corona-Virus entschädigen

Das chinesische Corona-Virus hat alleine in der G7-Staatengruppe einen Schaden von 3,62 Billionen Euro verursacht. Nun werden die Stimmen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Grönland blickt mit bangem Erwarten auf die Ankunft des Virus

Zwar hat Grönland bisher nicht einen einzigen Corona-Toten und die Intensivstationen sind leer. Doch die Erfahrungen mit den tödlichen...

DWN
Technologie
Technologie Schnellladestationen zerstören Teslas Auto-Batterien schon nach 25 Ladevorgängen

Beim Einsatz von heute üblichen Schnellladestationen geht die Ladekapazität der Batterien stärker verloren, als bisher angenommen.

DWN
Politik
Politik Erdogan: „Globalisierung bedeutet moderne Sklaverei“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan meint, die Globalisierung sei nichts weiter als eine Art der „modernen Sklaverei“ und...

DWN
Deutschland
Deutschland Messeabsagen: Fachverband rät zu Digitalisierung

Die Corona-Pandemie hat zu zahlreichen Absagen von Messen und Konferenzen geführt - eine riesiges Problem für viele Unternehmen.

DWN
Deutschland
Deutschland Spezialmarkt für die Behandlung von Oberflächen explodiert auf 12 Milliarden Euro

Die deutschen Hersteller sind beim Smart Coating, einem besonderen Markt für die Behandlung von Oberflächen, Weltspitze. Schätzungen...

celtra_fin_Interscroller