Schlechte Zahlen: Führungs-Krise bei VW

Im Aufsichtsrat von VW wächst die Kritik an Konzern-Chef Martin Winterkorn. Er habe vor allem die Probleme im US-Geschäft bislang nicht in den Griff bekommen, so der Vorwurf. Aufsichtsrats-Chef Ferdinand Piech geht „auf Distanz“ zu Winterkorn.

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VW-Partriach Ferdinand Piech bereitet offenbar die Ablösung von Konzernchef Martin Winterkorn vor. „Ich bin auf Distanz zu Winterkorn“, zitierte der Spiegel den VW-Aufsichtsratschef. Der 77-jährige Piech streute damit Zweifel, ob Winterkorn ihn nach seiner Amtszeit an der Konzernspitze im Aufsichtsrat beerben kann. Bislang waren Insider davon ausgegangen, dass Winterkorn, dessen Vertrag noch bis Ende 2016 läuft, auch danach noch ein, zwei Jahre an der Spitze des Zwölf-Markenkonzerns bleibt, bevor er Piech als Aufsichtsratschef ablöst.

Den beiden Ingenieuren Piech und Winterkorn wurde bislang ein besonders vertrauensvolles Verhältnis nachgesagt. Deshalb sind Piechs Äußerungen eine Überraschung. VW-Kenner gehen davon aus, dass Piechs Äußerungen Winterkorns Stellung im Konzern erheblich schwächen dürften. Damit stellt sich die Frage, ob der 67-Jährige seinen Vertrag tatsächlich noch einmal verlängert. VW wollte sich nicht dazu äußern.

Dem Bericht zufolge mehrt sich im Aufsichtsrat Kritik an dem VW-Boss, der den Konzern seit 2007 führt. So werfe Piechs Bruder Hans Michel, der ebenfalls im VW-Aufsichtsrat sitzt, Winterkorn Versäumnisse vor. Zu Piechs Kritikpunkten zählt demnach, dass Winterkorn die Probleme im US-Geschäft bislang nicht in den Griff bekommen hat und die Hauptmarke VW bei der Ertragskraft schwächelt. Der Konzernschef hatte im vergangenen Sommer ein Sparprogramm aufgelegt, um VW bei der Rendite auf die Sprünge zu helfen. Bis 2017 sollen fünf Milliarden Euro eingespart werden. Drittes Problemfeld ist, dass VW seit Jahren zwar über den Einstieg ins Billigsegment diskutiert, bislang aber keine Entscheidung getroffen hat.

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