Deutsche Wirtschaft fürchtet EU-Austritt der Briten

Der Grexit war gestern - nach dem Sieg von David Cameron fürchten nun alle den Brexit. Die deutschen Industrie-Lobbys sehen gar einen möglichen Bedeutungsverlust der EU.

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Nach dem Wahlsieg der Konservativen Partei von Premierminister David Cameron hat die deutsche Wirtschaft vor einem Austritt Großbritanniens aus der EU gewarnt. Mit Camerons Wiederwahl hätten sich die Briten auch für das Referendum zu einem EU-Austritt («Brexit») entschieden. «Ein Austritt Großbritanniens wäre ein schwerer Schlag für die EU: Ihr würde der wichtigste Advokat für freien und fairen Wettbewerb sowie für Freihandel wegbrechen», sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Freitag in Berlin. Großbritannien selbst habe noch mehr zu verlieren. Auch der Industrieverband BDI forderte von der künftigen Regierung in London, klar für einen Verbleib des Landes in der EU einzustehen.

Aus Sicht des DIHK würde Großbritannien international an Gewicht verlieren und an die Außengrenzen eines Wirtschaftsblocks gedrängt. Gerade der Binnenmarkt bliebe Großbritannien versperrt. Es müsste im schlimmsten Fall wieder Zölle entrichten und mühsam neue Abkommen mit den EU-Ländern abschließen. Auch würden Freihandelsabkommen, die die EU mit Drittländern geschlossen habe, für Großbritannien nicht mehr gelten. «Wohl noch schlimmer wäre, dass Londons Rolle als führender europäischer Finanzplatz ins Wanken käme», sagte Treier.

BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber warnte, ohne die Briten würde der europäische Binnenmarkt klar an Gewicht verlieren. Gerade für die deutsche Wirtschaft sei die Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung: Mit rund 126 Milliarden Euro habe der deutsch-britische Außenhandel ein Volumen, das rund 80 Prozent unseres Handels mit China entspreche. Mehr als zehn Prozent deutscher Direktinvestitionen im Ausland entfielen auf Großbritannien.

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