Spanien: Etablierte Parteien verlieren Millionen Wähler

Bei den spanischen Regionalwahlen am Wochenende haben die beiden Volksparteien insgesamt über drei Millionen Wähler verloren. In zahlreichen Regionen und Stadträten dominieren die Protest-Parteien Podemos und Ciudadanos. Das traditionelle Zwei-Parteien-Schema in Spanien geht zu Ende.

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Die konservative Volkspartei (PP) des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy und die Sozialistische Arbeiterpartei haben am Wochenende bei den Wahlen zu den Regionalparlamente und Stadträte Millionen an Wählerstimmen verloren.

Im Vergleich zu den Wahlen 2011 hat die PP 2,55 Millionen Stimmen verloren. Sie verlor somit die Mehrheit in Cantabria, Castilla-La Mancha, Valencia und Madrid. In Castilla y León, La Rioja und Murcia konnte die PP ihre Mehrheit sichern, berichtet El Pais.

Die Sozialisten verloren 775.000 an Wählerstimmen. Trotzdem sind beide Volksparteien erneut als stärkste Kräfte aus den Wahlen hervorgegangen. Die PP erhielt rund 27 Prozent und die Sozialisten kamen landesweit auf 23 Prozent.

Die Protest-Parteien Podemos und Ciudadanos Zulauf und werden in mehreren Regionen und Städten in Koalitionsverhandlungen mit den beiden Volksparteien treten. Ciudadanos ging mit 6,6 Prozent als drittstärkste Kraft aus den Wahlen hervor. In Spanien wird im Herbst ein neues Parlament gewählt. Podemos lehnt ähnlich wie die griechische Regierungspartei Syriza die Spar- und Reformprogramme der EU ab, mit denen finanzschwache Länder aus der Schuldenkrise herausfinden sollen.

Spanien hat nach dem Platzen einer Immobilienblase einen mehrjährigen Abschwung hinter sich, inzwischen wächst die Wirtschaft aber wieder. Bislang regiert Ministerpräsident Mariano Rajoy mit absoluter Mehrheit. Umfragen von Ende April zufolge könnten die PP, die oppositionellen Sozialisten sowie die beiden Neulinge Ciudadanos und Podemos mit je 18 bis 22 Prozent der Stimmen bei der Parlamentswahl rechnen.

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