Mitten in der Krise: Erster Schäuble-Mann setzt sich ab

Die Bundesregierung zeigt Auflösungserscheinungen: Steffen Kampeter, enger Vertrauter von Wolfgang Schäuble scheidet aus dem Kabinett aus und wechselt in den krisensicheren Lobbyismus.

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Mitten in der Griechenland-Krise verlässt der Finanzstaatssekretär die Bundesregierung: Steffen Kampeter, bisher für Wolfgang Schäuble zuständig für die Detailarbeit bei der Krisenbewältigung, wird Lobbyist bei den Arbeitgebern.

Kampeter soll auf einen Spitzenposten bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) wechseln. BDA-Präsident Ingo Kramer und seine Stellvertreter hätten Kampeter als Nachfolger von Hauptgeschäftsführer Reinhard Göhner vorgeschlagen, teilte der Verband am Dienstag in Berlin mit. Göhner scheidet auf eigenen Wunsch nach fast 20-jähriger Tätigkeit in dieser Funktion zum 1. Juli 2016 aus. „Wir sind überzeugt, dass wir mit Herrn Kampeter für seine Nachfolge eine hoch qualifizierte und erfahrene Führungspersönlichkeit gewinnen“, sagte BDA-Präsident Kramer. Kampeter soll auf der turnusmäßigen Sitzung des Vorstandes der BDA am 24. Juni gewählt werden. Der CDU-Politiker habe erklärt, dass er unmittelbar nach seiner Wahl als Hauptgeschäftsführer sein Amt eines Parlamentarischen Staatssekretärs aufgeben und sein Bundestagsmandat bei Amtsantritt bei der BDA niederlegen werde.

Zuletzt war es zu erheblichen Spannungen zwischen Merkel und Schäuble gekommen. So hatte die Bundeskanzlerin eine hochrangige Gruppe mit dem IWF und der EZB zu einem Griechenland-Gipfel eingeladen, ohne Schäuble davon auch nur zu informieren.

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