Autozulieferer: Das große Fressen geht weiter

Europäische Autozulieferer befinden sich in einer Phase, die durch Übernahmen gekennzeichnet ist. Besonders Mittelstands-Firmen sind fusionsbereit. Konkurrenz im Übernahmemarkt kommt vor allem aus China.

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Der ganz große Deal zwischen TRW und ZF Friedrichshafen aus 2014 markierte mit 10 Mrd. Euro nur einen neuen Höchstpreis. Das Übernahmefieber in der Zuliefererbranche ist ungebrochen. Erst vor wenigen Tagen hat sich der österreichisch-kanadische Magna- Konzern den Getriebehersteller Getrag einverleibt. Die Rangliste der größten Zulieferer weltweit wird vom StuttgarterBosch-Konzern angeführt. Unter den deutschen Zulieferern nutzten zuletzt gerade die Mittelständler und Familienunternehmen ihre aufgebauten Reserven aktiv für Fusionen. Der Stuttgarter Mahle-Konzern konnte beispielsweise durch Zukäufe zuletzt ein rasantes Wachstum hinlegen. Allein der Kauf der Klimatechnik-Sparte des US -Zulieferers Delphi bringt zukünftig eine weitere Umsatzmilliarde. So wie Mahle, ZF & Co. setzen auch andere Zulieferer auf Zukäufe – sei es um sich neue Technologien zu sichern oder sich international besser aufzustellen.

Während japanische Konkurrenten zunehmend an Bedeutung verlieren, fordern chinesische Unternehmen die deutschen Konzerne im Übernahmekampf heraus. Gleichzeitig hinterlässt die Wachstumsdelle auf dem chinesischen Automarkt deutliche Spuren bei den deutschen Autozulieferern. Besonders Nordamerika und China haben besonders stark zu den Gewinnen der Zulieferer beigetragen. Diese Märkte zeigten zuletzt aber nur ein geringes Wachstum, gerade in China steigen Kostendruck und Reglementierung. In Europa geht es zwar weiter aufwärts, ausgleichen kann dieses Wachstum die Einbußen aber nicht. In den kommenden Jahren werde die Profitabilität der Firmen stark von den einzelnen Produkten und Wachstumsmärkten abhängen, so Thomas Gronemeier, Automobilexperte bei der Commerzbank. Mittelständler müssen Kunden ins Ausland folgen. Sie müssten sich die Frage stellen, ob ihnen Aufträge in Deutschland verloren gehen, wenn sie ihre Abnehmer in China nicht versorgen können.

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