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Gegen Hedgefonds: China schließt Abwertung des Yuan aus

Lesezeit: 2 min
17.02.2016 14:32
China verkündet, dass seine Währung nicht weiter abwerten wird. Damit sollen die nervösen Märkte beruhigt werden. Die Ankündigung ist auch ein deutliches Signal an Spekulanten, die zuletzt auf weitere Abwertungen der Landeswährung gewettet haben.
Gegen Hedgefonds: China schließt Abwertung des Yuan aus
Der Kurs des Yuan zum Euro in der Monatssicht. (Grafik: ariva.de)

Die chinesische Regierung sieht laut eigenen Angaben keine Anzeichen für eine Kapitalflucht. Zudem bestehe kein Anlass für eine weitere Abwertung der Landeswährung, sagte ein Sprecher des Handelsministeriums am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters zufolge. Die Wetten einiger Hedgefonds, Sorgen um eine Abkühlung der chinesischen Konjunktur sowie ein Rückgang der Devisenreserven setzten den Yuan zuletzt unter Druck. Die Ankündigung dürfte darauf abzielen, die angespannte Lage auf dem Devisenmarkt zu beruhigen und Investoren vor einer Verlagerung weiterer Gelder ins Ausland abzuhalten.

Chinas Devisenreserven sind in den vergangenen Monaten deutlich geschrumpft. Derzeit liegen diese bei rund 3,2 Billionen Dollar, nachdem sie Mitte des Jahres 2014 noch knapp über der Marke von 4 Billionen Dollar lagen. Die chinesische Zentralbank hatte seitdem Dollar in großem Stil verkaufen müssen, um den Außenwert des Yuan zu stabilisieren. Hintergrund ist, dass insbesondere amerikanische Hedgefonds auf eine weitere Schwächung gewettet und damit den Abwertungsdruck auf die Landeswährung in der Vergangenheit forciert hatten. Die chinesische Regierung hatte die Spekulanten wiederholt vor weiteren Termingeschäften gegen den Yuan gewarnt. Zuletzt hatte der chinesische Notenbankchef in einem Interview gesagt, man dürfe nicht zulassen, dass Spekulanten die Stimmung am Markt bestimmen.

In Erwartung eines schwächeren Yuan sind chinesische Anleger in den vergangenen Monaten dazu übergegangen, Gelder außer Landes zu schaffen, um diese gegen Wertverluste abzusichern. Schätzungen zufolge seien allein im vergangenen Jahr rund 700 Milliarden Dollar auf teils illegalen Wegen transferiert worden. Die Regierung versucht die Abflüsse mit regulatorischen Maßnahmen unter Kontrolle zu bringen, was ihr vorerst offensichtlich geglückt ist.

Zu Beginn dieser Woche hatte der Wechselkurs des Yuan wieder zugelegt. Die Zentralbank setzte den Referenzkurs zum Dollar nach den einwöchigen Neujahrsfeierlichkeiten auf 6,5118 Yuan und damit auf den höchsten Stand seit einem Monat. Im Handelsverlauf am Montag markierte die chinesische Landeswährung mit 6,4880 Yuan zeitweise den höchsten Stand seit Ende Dezember, sie kletterte in der Spitze um 1,3 Prozent. Am Mittwoch notierte der Yuan mit einem Dollar-Kurs von 6,5275 wieder leicht schwächer. Die relative Stärke der Landeswährung sei weitgehend auf Maßnahmen zurückzuführen, mit denen die Zentralbank gegen spekulative Positionen vorgehe, hieß es in einem Kommentar der Commerzbank.

Die Aufwertung liegt in der makroökonomischen Entwicklung begründet: China vollzieht den Wandel vom Schwellen- zum Industriestaat. In solchen Fällen ist die Aufwertung immer eine logische Folge – eine allzu starke Abwertung des Yuan birgt hingegen die Gefahr einer globalen Banken- und Schuldenkrise. Das Vorgehen gegen eine unkontrollierte Abwertung der Landeswährung ist auch der Tatsache geschuldet, dass der Yuan mittlerweile Teil des IWF-Währungskorbs ist und damit gewissen Stabilitätskriterien genügen muss. Experten weisen allerdings darauf hin, dass der handelsgewichtete Wechselkurs, mithilfe dessen der Wert des Yuan festgelegt wird, weitere Abwertungen begünstigt, weil er für China wichtige Währungen wie den Koreanischen Won, den Taiwan-Dollar oder den vietnamesischen Dong ausschließt und eine Reihe relativ schwacher Währungen überbewertet.


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