Politik

Trump will in den USA bezahlten Mutterschutz einführen

Lesezeit: 1 min
16.09.2016 00:45
Donald Trump will als US-Präsident einen sechswöchigen Mutterschutz einführen. Die USA sind bisher das einzige Industrieland der Welt, das keinen bezahlten Mutterschutz garantiert. Trump verspricht darüber hinaus einen Aufschwung in der Wirtschaft.
Trump will in den USA bezahlten Mutterschutz einführen

Mehr zum Thema:  
USA >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
USA  

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump will in den USA einen bezahlten Mutterschutz einführen. An der Seite seiner Tochter Ivanka stellte der Immobilienmilliardär am Dienstagabend bei einem Wahlkampfauftritt in Aston im Bundesstaat Pennsylvania seine familienpolitischen Pläne vor. Nach der Geburt eines Kindes sollen Mütter demnach Anspruch auf eine sechswöchige Babypause haben und ein Mutterschutzgeld in Höhe des Arbeitslosengelds erhalten, das von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich ist.

Trump will im Fall seines Wahlsiegs auch dafür sorgen, dass Familien Betreuungskosten für Kinder bis 13 Jahre von der Steuer absetzen können. Arme Familien, die nicht von den Steuervorteilen profitieren, sollen seinen Plänen zufolge weniger für die Kinderbetreuung zahlen müssen. Trump will nach eigenen Angaben zudem Anreize schaffen, damit mehr Unternehmen mehr Betriebskindergärten anbieten.

Trump sagte, seine Tochter Ivanka habe maßgeblich an seinem familienpolitischen Programm mitgearbeitet. Die 34-Jährige, die in Trumps Konzern arbeitet, hat selbst drei kleine Kinder.

Die USA sind das einzige Industrieland, das keinen bezahlten Mutterschutz garantiert. Bislang haben Mütter nach der Geburt lediglich Anspruch auf zwölf Wochen unbezahlten Urlaub, manche Arbeitgeber bieten allerdings eine bezahlte Babypause an. In den USA ist Kinderbetreuung zudem oft sehr teuer.

Trumps demokratische Rivalin Hillary Clinton tritt schon länger für einen bezahlten Mutterschaftsurlaub ein: Zwölf Wochen lang sollen Mütter oder Väter zwei Drittel ihres Gehalts erhalten. Außerdem sollen Familien nicht mehr als zehn Prozent ihres Einkommens für Kinderbetreuung ausgeben müssen. Die Demokraten kritisierten Trumps Pläne als "überholt", berichtet Reuters ohne Angabe von Quellen.

Trump zielt im Falle eines Wahlsiegs auf ein amerikanisches Wirtschaftswachstum von vier Prozent. Der Republikaner sagte am Donnerstag bei einer Rede in New York, alleine seine Pläne zur Kürzung der Steuern im Volumen von 4,4 Billionen Dollar und zur Kappung von Regulierungen würden zu einem Wachstum von jährlich 3,5 Prozent und der Schaffung von 25 Millionen neuer Arbeitsplätze binnen eines Jahrzehnts führen.

Im zweiten Quartal war die US-Wirtschaft mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von lediglich 1,1 Prozent gewachsen.

Trump sagte zudem, er gehe davon aus, dass die US-Zinsen auch im weiteren Jahresverlauf 2016 niedrig blieben und es möglicherweise keine Anhebung mehr geben werde. Das Thema ist an den US-Finanzmärkten derzeit dominierend. Viele Volkswirte erwarten angesichts zuletzt vieler mauer Wirtschaftsdaten keine Zinsanhebung im September mehr, rechnen aber überwiegend mit diesem Schritt im Dezember.

Andere Gruppen sehen eher negative Auswirkungen, sollte sich Trump im November bei der Wahl gegen Hillary Clinton von den Demokraten durchsetzen. Eine Präsidentschaft Trumps könnte die US-Wirtschaft eine Billion Dollar kosten, hatte das Institut Oxford Economics am Dienstag mitgeteilt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
USA >

DWN
Finanzen
Finanzen Es geht los: Bundesfinanzministerium wertet „gekaufte“ Steuerdaten aus Dubai aus

Die zuletzt vom Bund gekauften Steuerdaten aus Dubai gehen an diesem Mittwoch zur konkreten Auswertung möglicher Straftaten an die Länder.

DWN
Finanzen
Finanzen „Fan-Token“: Europas Top-Clubs führen Kryptowährungen ein

Auf ihrer Suche nach Alternativen haben einige Vereine wie Manchester City, AC Mailand oder die Glasgow Rangers Kryptowährungen entdeckt -...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energiewende sei Dank: Renaissance der Atomkraft und Uran

Die globale Energiewende wird eine Renaissance der Kernkraft auslösen und damit den Bedarf für den wichtigsten Brennstoff Uran deutlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie sinnvoll ist es, in Platin oder Palladium zu investieren?

Platin und Palladium sind bei Anlegern weitaus weniger beliebt als Gold uns Silber. Die Investition ist riskanter und schwieriger.

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschland exportierte 2020 Rüstungsgüter im Wert von 5,82 Milliarden Euro

Deutschland hat auch im Corona-Krisenjahr 2020 Rüstungsgüter exportiert.

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Zeitalter: Startschuss für den epochalen „Great Reset“ des Finanzsystems

Das internationale Finanzsystem, das durch billiges Geld der Zentralbanken überflutet wurde, steht vor dem Kollaps, weil es marode ist....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das sind die unbekannten Rohstoff-Giganten der Welt – Teil 1

Ein Großteil unseres Wohlstandes wird von einem Dutzend Unternehmen garantiert, deren Namen in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt...

DWN
Deutschland
Deutschland Alkoholkonsum, Ernährung und mehr: Viele Dinge sind heute besser als früher

Es wird immer schlimmer und früher war alles besser. Die Mär von der tollen Vergangenheit gehört aktiv bekämpft, meint Henning...