Barroso: „Goldman ist kein Drogen-Kartell“

Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat seine Anstellung bei der US-Bank Goldman Sachs gegen Kritik verteidigt. Goldman sei „kein Drogenkartell“. Das Versprechen der Bank, künftig auf ethisches Verhalten zu achten, habe ihn beeindruckt.

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Der frühere EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat seine Anstellung bei der US-amerikanischen Großbank Goldman Sachs gegen Kritik verteidigt. „Ich kann nicht für Dinge verantwortlich gemacht werden, die die Bank in der Vergangenheit gemacht hat“, wird Barroso von Bloomberg zitiert. „Es ist kein Drogenkartell. Ich arbeite in einer legalen Einrichtung.“

Goldman Sachs wird vorgeworfen, Griechenland geholfen zu haben, die wahren Schuldenstände des Landes zu verschleiern, um in die Eurozone aufgenommen zu werden. Kritik an der Anfang Juli bekanntgewordenen Anstellung Barrosos kam insbesondere vom aktuellen Kommissionspräsidenten Juncker und vom französischen Präsidenten Hollande, der Barrosos Entscheidung als „moralisch inakzeptabel“ bezeichnete.

Wie inzwischen bekannt wurde, hat die portugiesische Zeitung Publico  Zugang zu Dokumenten erhalten, die zeigen sollen, dass Barroso schon während seiner Amtszeit als Kommissionspräsident Goldman-Chef Lloyd Blankfein getroffen hat. Barroso hat die Unterredung in New York den Quellen zufolge nicht in seinen öffentlichen Terminkalender eingetragen.

Die Europäische Kommission hat Ermittlungen zum Fall aufgenommen. Barroso war von 2004 bis zum Jahr 2014 Chef der Kommission und soll Goldman Sachs als Berater unter anderem hinsichtlich des Austritt Großbritanniens aus der EU beraten. „Ich habe entschieden, zu der Bank zu gehen, weil diese mir Garantien gegeben hatte, dass sie ihre Kultur der Transparenz und Verantwortung stärken wird“, sagte Barroso zu Reportern am Freitag.

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