Politik

USA stationieren Soldaten dauerhaft in Norwegen

Lesezeit: 1 min
25.10.2016 23:59
Die norwegische Regierung hat der Stationierung von US-Soldaten in ihrem Land zugestimmt. Ursprünglich hatte die Nato Russland versichert, dass eine solche Stationierung nicht geplant seien.
USA stationieren Soldaten dauerhaft in Norwegen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Mit der Aufnahme der rund 330 US-Marineinfanteristen, die am Montag bekannt gegeben wurde, nimmt die Regierung in Oslo die Verärgerung des Nachbarlands Russland in Kauf. Für die Sicherheit ihres Landes sei es "wichtig, dass unsere Verbündeten hierherkommen, um Kenntnisse darüber zu erwerben, wie man in Norwegen und mit den norwegischen Streitkräften operiert", erklärte Verteidigungsministerin Ine Eriksen Soreide die Stationierung laut AFP.

Die US-Soldaten sollen nach Ministeriumsangaben aus Oslo rund 1000 Kilometer von der Grenze mit Russland den Einsatz unter arktischen Bedingungen üben. Norwegen ist seit 1949 Mitglied der Nato; zur Besänftigung Moskaus hatte Norwegen damals zugesagt, keine ausländischen Kampftruppen in das Land zu lassen, sofern es nicht selbst angegriffen wird. Übungseinsätze von Nato-Partnerverbänden sollten aber möglich sein.

Verteidigungsministerin Soreide sprach mit Blick auf die Stationierung von einer "willkommenen US-Initiative", die sich gut in die laufenden Bemühungen der Nato zur verbesserten praktischen Zusammenarbeit innerhalb des Bündnisses einfüge. Die USA haben bislang schon erhebliche Mengen militärischen Materials in Norwegen gelagert, bislang aber noch keine Soldaten dort fest stationiert.

Russland hatte sich in den vergangenen Tagen, als erste Berichte über die geplante Stationierung auftauchten, irritiert gezeigt. "Wir würden gerne verstehen, warum Norwegen so sehr auf die Erhöhung seines militärischen Potenzials durch die Stationierung von US-Truppen abzielt", erklärte der Sprecher der russischen Notschaft in Oslo, Maxim Gurov, vergangenen Freitag gegenüber AFP. Er verwies darauf, dass norwegische Politiker regelmäßig versicherten, dass sie ihr Land nicht durch Russland bedroht sähen.

Die Verteidigungsminister der Nato-Staaten wollen am Mittwoch bei einem Treffen in Brüssel Details der jüngsten Aufrüstungspläne für Osteuropa besprechen, berichtet die dpa. Beim Bündnisgipfel im Juli war beschlossen worden, mehrere Tausend Soldaten nach Polen und in die baltischen Staaten Litauen, Estland und Lettland zu schicken. Seitdem laufen die Vorbereitungen für die Truppenverlegung auf Hochtouren.

Klar ist bereits, dass die Bundeswehr in Litauen einen Nato-Verband anführen wird. Weitere Führungsnationen sind Großbritannien in Estland, die USA in Polen und Kanada in Litauen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Private Equity: Ein Leitfaden für Einzelinvestoren
21.01.2024

Private Equity bietet Einzelinvestoren eine faszinierende, wenn auch komplexe Möglichkeit, ihr Portfolio zu diversifizieren. In diesem...

DWN
Politik
Politik Bundestag: Gereizte Stimmung - Ordnungsrufe nehmen stark zu
21.01.2024

Gegen lebhafte Debatten im Bundestag hat niemand etwas einzuwenden - gegen ungebührliches Verhalten schon. Dann setzt es vom Präsidium...

DWN
Ratgeber
Ratgeber Vererben einer Immobilie: Worauf Erben und Erblasser achten müssen
21.01.2024

Wer eine Immobilie erben kann, muss sich oft auf saftige Erbschaftssteuern gefasst machen. Das muss aber nicht sein. Der Erblasser kann...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ex-Siemens-Chef Kaeser: „Wirtschaft muss vor Folgen eines AfD-Aufstiegs warnen“
21.01.2024

Der Aufsichtsratschef von Siemens Energy, Joe Kaeser, hat die deutsche Wirtschaft aufgefordert, öffentlich vor den Folgen eines weiteren...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Russland ist Chinas wichtigster Rohöllieferant im Jahr 2023
20.01.2024

Russland ist im Jahr 2023 zu Chinas wichtigstem Rohöllieferanten aufgestiegen - trotz umfangreicher Sanktionen wegen des Angriffskriegs...

DWN
Politik
Politik Die Dauerkrise des Liberalismus - eine Analyse
20.01.2024

Seit dem Doppelschock des Jahres 2016 – als die britischen Wähler für den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union stimmten...

DWN
Technologie
Technologie Solardächer und Ladesäulen: Einzelhandel beklagt lange Wartezeiten und stellt Forderungen
20.01.2024

Photovoltaikanlagen und die dazugehörige Ladeinfrastruktur sind für das Gelingen der Energiewende in Deutschland unverzichtbar. Über...

DWN
Panorama
Panorama Die Sehnsucht nach einem weisen Deutschland - Kommentar
20.01.2024

Deutschland, das Land der Dichter und Denker, war für uns Ausländer, die ab und zu oder auch ständig in Deutschland berufstätig sind...