Facebook meldet Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar

Facebook nimmt den klassischen Medien in rasantem Tempo das Werbegeschäft weg.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Facebook profitiert immer stärker von Werbeanzeigen auf Smartphones und Tablet-PCs. Dank dieser Entwicklung stieg der Umsatz insgesamt im dritten Quartal um mehr als die Hälfte auf 7,01 Milliarden Dollar, wie der US-Konzern am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 6,92 Milliarden gerechnet. Inzwischen nutzen mehr als 90 Prozent der Facebook-Mitglieder das soziale Netz mit mobilen Geräten. Entsprechend steigt auch der Anteil der Werbeumsätze, die so erzielt werden.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg erklärte, man komme gut mit Video-Angeboten voran. Facebook geriet in letzter Zeit durch den wachsenden Erfolg des Messaging-Dienstes Snapchat unter Druck, der eine Konkurrenz zu eigenen Angeboten wie WhatsApp oder Instagram ist. Deswegen arbeitet das Unternehmen daran, Nutzer mit neuen Funktionen bei der Stange zu halten und weiter attraktiv für Werbekunden zu sein. Weil Facebook-Mitgliedern aber nicht unbegrenzt Werbeanzeigen gezeigt werden können, stellen sich manche Investoren die Frage, wie lange Facebook in dem Gebiet weiter wachsen kann.

Im abgelaufenen Quartal, das am 30. September endete, konnte Facebook auch den Gewinn deutlich steigern. Er kletterte von 891 Millionen Dollar vor einem Jahr auf 2,37 Milliarden Dollar.

Ganz anders sieht es bei den traditionellen Medien aus, wie das Beispiel des Wall Street Journals zeigt. Die Zeitung reagiert auf die gesunkenen Werbeeinnahmen und nimmt den angekündigten Stellenabbau in Angriff. Am Mittwoch seien Mitarbeiter im Lokalteil für den Großraum New York entlassen worden, erklärte die Gewerkschaft IAPE. Unter den Betroffenen seien 19 Gewerkschaftsmitglieder.

Chefredakteur Gerald Baker kündigte zudem an, dass vom 14. November an etwa die Wirtschaftsteile „Business & Tech“ und „Money & Investing“ in einer Rubrik verschmolzen werden. Die gedruckte Zeitung müsse auf einem soliden finanziellen Fundament stehen. Zugleich solle das digitale Geschäft wachsen.

Das 1889 gegründete Blatt, das 36 Pulitzerpreise gewonnen hat, kämpft wie viele andere Zeitungen mit einem Rückgang der Anzeigeneinnahmen in der gedruckten Ausgabe. Die Mutterfirma Dow Jones hatte deswegen im Oktober einen Sparplan angekündigt. Mitarbeitern wurde angeboten, gegen eine Abfindung freiwillig zu gehen. Nach Angaben von IAPE nahmen 48 ihrer Mitglieder das Angebot an. Insgesamt sei die Offerte 450 Angestellten unterbreitet worden.

Das „Wall Street Journal“ ist Teil des Medienkonzerns News Corp des Milliardärs Rupert Murdoch. Er hatte das Blatt im Jahr 2007 übernommen.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***