Hispanics: Nicht alle sind Fans von Hillary Clinton

Hillary Clinton setzt auf die Hispanics. Doch es gibt viele unter ihnen, die Trumps Kampf gegen Illegale richtig finden.

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Donald Trump liegt bei spanischsprachigen Wählern offenbar hinter Hillary Clinton. Doch besonders viele Kubaner mit US-Staatsbürgerschaft wollen für Trump stimmen.

Umfragen zufolge kommt Hillary Clinton bei lateinamerikanischen Wählern besser an als ihr republikanischer Gegenkandidat Donald Trump, der nicht zuletzt mit seiner Forderung nach einer Mauer zwischen Mexiko und den USA bei Latinos einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat, berichtet Reuters.
Laut einer kürzlich veröffentlichten Erhebung der republikanernahen Tarrance Group und der Beratungsfirma Bendixen & Amandi schneidet Clinton in Florida bei 60 Prozent der eingetragenen Wähler, die sich als Hispanics definieren – also Wähler lateinamerikanischer oder spanischer Herkunft – besser ab als Trump. In Nevada geben demnach sogar 72 Prozent der Kandidatin der Demokraten den Vorzug.

Doch auch Trump findet bei Hispanics viele Unterstützer – besonders unter kubanischstämmigen Amerikanern. „Die Kommentare über die Mexikaner sind verfälscht worden“, sagt der 66-jährige Juan Leiva zur dpa. „Trump will nicht noch mehr Illegale. Er wird das Immigrationschaos nicht zulassen, das jetzt hier herrscht“, sagt der Mann. „Sie nennen uns Latinos, aber ich bin Kubaner.“

In Florida gibt es etwa 1,5 Millionen US-Amerikaner kubanischen Ursprungs. Dank des Anpassungsgesetzes, das der demokratische Präsident Lyndon B. Johnson 1966 unterzeichnete, ist es für sie leichter als für jede andere hispanische Gruppe, die Staatsbürgerschaft zu bekommen. Traditionell unterstützen sie aber die Republikaner, die eine Annäherung an das kommunistische Regime auf ihrer Insel ablehnen und das Handelsembargo aufrechterhalten wollen.
Trump, der sich vor einem Jahr für ein Ende der Blockade ausgesprochen hatte, hat sich gar verpflichtet, die von Barack Obama eingeleitete Öffnung nach Kuba wieder rückgängig zu machen, sollte er ins Weiße Haus einziehen.

„Sie sagen das, damit Frauen nicht für Trump stimmen“, mischt sich eine andere Demonstrantin ein, die am Rande einer Veranstaltung steht und eine US-Flagge schwenkt. Etwa die Hälfte der versammelten Demonstranten in der Metropole im US-Bundesstaat Florida sind Frauen. Die Menge bewegt sich entlang des Biscayne Boulevard – einer Hauptverkehrsader, die in diesem Teil der Innenstadt parallel zum Hafen verläuft. Die Trump-Unterstützer halten ihre Banner in Richtung der vorbeifahrenden Autos und skandieren ihre Schlachtrufe.

Auf den Plakaten steht Trumps Motto: „Make America Great Again“ („Amerika wieder groß machen“) und seine Forderung: „Hillary for Prison“ („Hillary gehört ins Gefängnis“). Andere Schriftzüge werfen den Medien eine Vergiftung der öffentlichen Meinung vor. „Sie haben ihn alle allein gelassen“, sagt die 60-jährige Oneida Pérez. Ein Mann mit einem Megafon ruft „Latinos für Trump“. Ein Trio aus zwei Gitarren und einer Violine spielt das kubanische „Guantanamera“-Lied, das in den 1960er Jahren zur Hymne der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung wurde. Dazwischen ruft jemand: „Es lebe das freie Kuba!“.

In den USA haben derzeit 45 Millionen der insgesamt rund 320 Millionen Einwohner einen lateinamerikanischen Hintergrund. Sie kommen zum größten Teil aus Mexiko, aber auch aus El Salvador, der Dominikanischen Republik, Kuba und dem US-Überseegebiet Puerto Rico.

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