Wende im Bond-Markt: Staatsschulden werden wieder teurer

Die Preise von Staatsanleihen sind in der vergangenen Woche weltweit um mehr als eine Billion Dollar eingebrochen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die Marktkapitalisierung von Staatsanleihen weltweit ist in der vergangenen Woche um mehr als eine Billion Dollar zurückgegangen, berichtet Bloomberg. Der Kurs des Global Bond Market Index der amerikanischen Großbank Bank of America, welcher mehr als 24.000 Anleihen auf der ganzen Welt abbildet, ist um 1,14 Billionen Dollar auf rund 48 Billionen Dollar gesunken. Einen Wochenverlust von über einer Billion gab es in den vergangenen zwanzig Jahren nur zwei Mal.

Angetrieben wird die Entwicklung an den Bondmärkten von der Erwartung, dass die von Donald Trump angekündigten Investitionen in die Infrastruktur zu merklich höheren Inflationsraten führen wird. Dies führt dazu dass die Renditen der Staatsanleihen steigen, weil die Gefahr besteht, dass Anleger ihr Geld in entwerteter Währung zurückbekommen. Anleihepreise und -renditen bewegen sich gegenteilig. Die Rendite 30-jähriger US-Anleihen stieg demzufolge in der abgelaufenen Woche so stark wie zuletzt im Jahr 2009.

Auch die Renditen europäische Staatsanleihen stiegen, während die Preise sanken. Die Preise deutscher zehnjähriger „Bunds“ sank am Freitag den fünften Tag in Folge – die Rendite ist um rund 10 Prozent auf 0,31 Prozent gestiegen und damit so hoch wie seit Februar nicht mehr.

Auch die Kurse italienischer Staatsanleihen sind am Freitag kräftig unter Druck geraten. Im Gegenzug zogen die Renditen der zehnjährigen Bonds mit 2,057 Prozent auf den höchsten Stand seit knapp anderthalb Jahren an. Gleichzeitig schürte eine anstehende Ratingüberprüfung Italiens von Standard & Poors’s die Nervosität. Die momentan bei „BBB-„ stehende Bonitätsnote gilt zwar als nicht gefährdet. Jedoch könnte wegen der politischen Risiken und der angeschlagenen Bankenbranche der Ratingausblick „Stabil“ kassiert werden.

„Wir erkennen in der Wahl Trumps einen Game Changer. Der starke Wille zu einer fiskalischen Expansion und inflationären Politik repräsentiert einen deutlichen Umschwung gegenüber früheren Jahren. Dies eröffnet der Fed die Möglichkeit, die Leitzinsen im Dezember und in den Jahren 2017 und 2018 und damit früher zu erhöhen als bislang erwartet“, wird ein Analyst von Bloomberg zitiert.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick