Rupert Murdoch pirscht sich an Europa heran

Rupert Murdoch ist an Sky interessiert. Klappt der Deal, hätte Murdoch auch das lang ersehnte Bein in Deutschland. Als der Australier vor einigen Jahren nach Deutschland drängte, gab es gegen ihn wegen seiner aggressiven Medien noch Widerstand.

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Der rechtskonservative Verleger Rupert Murdoch, hier ein Foto mit der in den Telefon-Hacking-Skandal in London verwickelten Rebekah Brooks. (Foto: EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA)

Der rechtskonservative Verleger Rupert Murdoch, hier ein Foto mit der in den Telefon-Hacking-Skandal in London verwickelten Rebekah Brooks. (Foto: EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA)

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Der europäische Bezahlsender Sky hat nach eigenen Angaben ein informelles Übernahmeangebot des US-Unterhaltungskonzerns 21st Century Fox erhalten. Dieses habe einen Wert von 18,5 Milliarden Pfund (21,8 Milliarden Euro), teilte der Fernsehsender am Freitagabend mit. An der Börse in London schoss der Kurs des Unternehmens, zu dem auch Sky Deutschland gehört, daraufhin in die Höhe.

21st Century Fox gehört zum Imperium des Medienmoguls Rupert Murdoch. Der US-Konzern hält bereits jetzt einen Anteil von 39 Prozent an Sky. Kommt die Übernahme zustande, würde er die britische TV-Gruppe komplett schlucken. Diese hat in den fünf Ländern Großbritannien, Irland, Deutschland, Österreich und Italien insgesamt mehr als 20 Millionen Kunden.

Vertreter beider Unternehmensgruppen hätten sich in Verhandlungen auf einen Kaufpreis von 10,75 Pfund je Aktie geeinigt, teilte Sky mit. Dies würde für das Unternehmen einen Börsenwert von 18,5 Milliarden Pfund bedeuten. Allerdings sei noch nicht sicher, ob es wirklich ein verbindliches Übernahmeangebot von 21st Century Fox geben werde, betonte Sky.

Die Erklärung wurde unmittelbar nach dem Aufkommen von Übernahmegerüchten an der Londoner Börse veröffentlicht. Diese Gerüchte hatten bereits zu einem Anstieg des Sky-Kurses geführt, nach der Mitteilung schoss dieser regelrecht nach oben: Bei Börsenschluss – nur wenige Minuten nach Veröffentlichung des informellen Übernahmeangebots – lag die Sky-Aktie bei zehn Pfund. Das war ein Plus von 26,66 Prozent.

Murdoch ist in Europa bereits mit dem Magazin Vice präsent. Das Magazin richtet sich an eine junge Zielgruppe und verfolgt eine engagierte antifaschistische Linie.

Als Murdoch vor einigen Jahren das Wall Street Journal übernahm, war befürchtet worden, er könnte das Blatt auf seine konservative Linie bringen. Das ist bisher nicht geschehen, die Zeitung war von den US-Medien diejenige, die im Wahlkampf noch am ehesten als objektiv bezeichnet werden kann.

Sein Sender Fox hat ebenfalls eine Wandlung durchgemacht: Noch lange nach der Gründung galt der Sender als Krawall-Programm, heute ist er als konservative Alternative zu CNN weitgehend akzeptiert.

In Deutschland hatte Murdoch bisher nicht den gewünschten Erfolg: Er kaufte unter anderem die Rechte der gefälschten Hitler-Tagebücher für England, doch die „Mutter aller Fake News“ konnte ja bekanntlich auch in Deutschland die Fassade nicht lange aufrechterhalten. Danach machte er die Super!-Zeitung, die die Ostdeutschen jedoch ablehnten. Schließlich stieg er bei Premiere ein und machte Sky Deutschland daraus.

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