Tausende bewaffnete Söldner dürfen Ost-Aleppo verlassen

Unter den 34.000 aus Ost-Aleppo evakuierten Personen, sollen sich nach Angaben des Roten Kreuzes etwa 4.000 bewaffnete Söldner befinden. Sie sind nicht nur mit Schusswaffen sondern auch mit Sprengstoffgürteln und Bomben ausgestattet, meldet das Söldner-Portal ONG.

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Der Söldner-Sprecher Bilal Abdul Kareem. (Screenshot)

Der Söldner-Sprecher Bilal Abdul Kareem. (Screenshot)

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA News berichtet, dass die Evakuierung von Frauen, Kindern, Verletzten und Kranken aus Kefraya und al-Fua in der Provinz Idlib am Freitag weiterlief. „Im gleichen Kontext wurde eine neue Gruppe von Terroristen und ihren Familien aus den östlichen Nachbarschaften der Stadt Aleppo in Richtung Südwesten evakuiert“, so SANA News.

Eine Sprecherin des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (ICRC) sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten: „Seit dem vergangenen Donnerstag wurden 34.000 Zivilisten und Kämpfer aus Ost-Aleppo evakuiert. Wir befinden uns in der Endphase der Evakuierung. Die Evakuierung war wegen des schlechten Wetters zum Stillstand gekommen. Aber der Prozess wird in den kommenden Tagen abgeschlossen sein. Es sind nur noch ein paar tausend Menschen und Kämpfer übrig. In den ersten Tagen war es unsere Priorität, sicherzustellen, dass die am stärksten gefährdeten, einschließlich der Verletzten und Kranken, Familien und Behinderte oder ältere Menschen sicher und so schnell wie möglich evakuiert wurden. Unsere Teams blieben rund um die Uhr vor Ort, um sicherzustellen, dass die Zivilbevölkerung Ost-Aleppo nach ihrem eigenen freien Willen verlässt, um sie durch diesen Prozess zu unterstützen.“

In diesem Zusammenhang meldet Robert Mardini, ICRC-Verantwortlicher für Syrien, über den Kurznachrichtendienst Twitter, dass sich unter dem bisher 34.000 evakuierten Menschen etwa 4.000 Söldner befinden sollen. Das ICRC hätte die Evakuierung der Söldner und Zivilisten beaufsichtigt.

Am Mittwoch sagte der Sprecher der Söldner-Truppe Ahrar al-Scham, Ahmad Qara Ali, dass die Evakuierung nach einer kurzen Unterbrechung fortgeführt werden würde. Eine Behinderung der Evakuierung durch die syrische Armee oder Russlands liegt somit nicht vor. „Eine Vereinbarung (Anm.d.Red. mit der syrischen Regierung) wurde erreicht, um die Evakuierung wieder aufzunehmen“, zitiert U.S. News and World Report Ali.

Die Söldner-Truppe Ahrar al-Scham ist neben der Al-Nusra-Front mit 15.000 Mann die schlagkräftigste Truppe in Syrien, so Medium.com. Sie konzentriert sich auf die Provinzen Idlib und Aleppo. Sie gehört zu den Söldner-Gruppen, die von der CIA unterstützt werden, berichtet The International Reporter. Nach Informationen von Sputnik News soll auch Saudi-Arabien die Gruppe finanziell unterstützen. Al-Masdar News umschreibt die Gruppe als eine vom „Westen“ unterstützte Gruppe.

Der US-Amerikaner Bilal Abdul Kareem, der für das Infoportal der Söldner On The Ground News (OGN) mit Hauptsitz in Katar arbeitet, steckte gemeinsam mit den Söldnern in Ost-Aleppo fest. Am Freitag meldete er über Twitter, dass sie aus Ost-Aleppo evakuiert wurden.

Abdul Kareem, der perfekt Arabisch spricht, und ONG gehören zum Mediennetzwerk der Söldner in Syrien. Er meldete am Dienstag per Twitter, dass die Söldner sich dem syrischen „Regime“ nicht ergeben werden, falls das „Regime“ den Evakuierungs-Deal aufkündigt. Die Söldner hätten alle „explosive Gürtel“ und werden sich nicht festnehmen lassen, so der US-Amerikaner.

Aus den Videos von OGN geht hervor, dass die Söldner Ost-Aleppo mit ihren Waffen verlassen dürfen. In einem Interview vom 12. Dezember präsentiert OGN einen Mann namens Abu Al Abd der Öffentlichkeit als „den neuen Führer der Rebellen im besetzten Aleppo“. Über Abu Al Abd ist nichts bekannt. Er taucht lediglich im Video von OGN und in weiteren Propaganda-Videos auf.

Ein weiterer Söldner-Mitarbeiter von OGN ist „Abdul Samad“, der ebenfalls akzentfrei Englisch und Arabisch spricht. Aus den OGN-Videos geht hervor, dass einige Söldner akzentfreies Englisch sprechen.

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