Bundesregierung will Investments in Ackerland erschweren

Die Bundesregierung will dafür sorgen, dass praktizierende Landwirte beim Flächentransfer bevorzugt werden.

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Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt will laut Reuters Bauern angesichts der rasant steigenden Ackerpreise besser vor Großinvestoren schützen. „Dazu gehört eine bevorzugte Berücksichtigung von praktizierenden Landwirten beim Flächentransfer“, heißt es in seinem „Grünbuch“ für die Landwirtschaft, das der CSU-Politiker am Freitag in Berlin vorstellte. Er wolle dem Verlust regional verankerter, familiengeführter bäuerlicher Betrieb entgegenwirken. Schmidt sagte, er wolle mit den Bundesländern darüber sprechen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen so gestaltet würden, dass die Umwandlung selbstständiger Höfe in Filialbetriebe oder die Übernahme durch überregionale Investoren verhindert werde.

Hintergrund sind die gestiegenen Preise für Ackerland, die in vergangenen Jahren noch stärker kletterten als die für Eigenheime. In einigen Bundesländern hat er sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht. Treiber sind auch Investoren ohne landwirtschaftlichen Hintergrund, die aufgrund der Niedrigzinsphase nach Anlagemöglichkeiten mit sicherer Rendite suchen. So machte jüngst ein Geschäft des Versicherungskonzerns Münchener Rück Schlagzeilen. Er hatte der inzwischen insolventen KTG Agrar eine Gesellschaft abgekauft, in der landwirtschaftliche Flächen gebündelt waren.

Das Grünbuch soll laut Schmidt ein Fahrplan für die Landwirtschafts- und Ernährungspolitik der nächsten Jahre sein. Ein Schwerpunkt liegt auf einer besseren Beratung. Dafür soll ein „Institut für Ernährungsberatung“ gegründet werden. Schmidt dringt zudem auf die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Kita- und Schulessen. Mit einem neuen Label für „Tierwohl“ will er zudem Landwirte dazu bewegen, die Lebensbedingungen für Nutztiere zu verbessern. Die Massentierhaltung steht in Deutschland seit längerem in der Kritik von Tier- und Umweltschützern.

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