Erste Öl-Staaten verstoßen gegen Deal zu Kürzung der Förderung

Das Abkommen der Ölstaaten, die Förderung ab dem Jahr 2017 deutlich zu reduzieren, droht zu scheitern. Mehrere Staaten verstoßen offenbar bereits gegen die festgelegten Quoten.

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Ein Tanker der Ölgesellschaft Mitsui O.S.K. Lines. (Foto: dpa)

Ein Tanker der Ölgesellschaft Mitsui O.S.K. Lines. (Foto: dpa)

Der Preis für Brent-Öl in der 5-Tages-Sicht. (Grafik: ariva.de)

Der Preis für Brent-Öl in der 5-Tages-Sicht. (Grafik: ariva.de)

Die Ende November erreichte Einigung zwischen den Opec-Staaten und Staaten außerhalb des Erdölkartells zu Förderkürzungen droht zu scheitern, berichtet oilprice.com. Das Abkommen sieht vor, dass die Opec im laufenden Jahr insgesamt 1,2 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag weniger produziert als im Jahr 2016. Auch Nicht-Opec-Länder wie Russland haben zugesagt, ihre Förderung zurückzufahren. Mit der Förderkappung wird bezweckt, die globale Nachfrage und das derzeit bestehende Überangebot in Einklang zu bringen und den immer noch vergleichsweise tiefen Ölpreis zu stabilisieren.

Allerdings mehren sich die Anzeichen dafür, dass einzelne Staaten schon von Beginn an gegen die zugesagten Quoten verstoßen werden. Der irakische Premierminister Haider al-Abadi beklagte etwa laut Reuters, dass die autonome kurdische Region im Nordirak im Dezember bereits doppelt so viel Öl gefördert habe, wie ursprünglich geplant war. Der Irak generiert die zweitgrößte Fördermenge im Opec-Kartell und vereinbarte im November, seine Produktion um 200.000 Barrel täglich auf 4,351 Millionen Barrel täglich zu reduzieren.

„Die Region exportiert mehr als ihrem Anteil entspricht, mehr als die 17 Prozent des Budgets für 2017“, wird al-Abadi zitiert. Zwar haben die kurdischen Regionalbehörden die Fördermengen für den Dezember noch nicht veröffentlicht, das Ministerium für natürliche Ressourcen spricht jedoch davon, dass es sich dabei um mehr als 587.000 Barrel am Tag gehandelt habe. Die Pläne der Zentralregierung in Bagdad sehen jedoch vor, dass die Kurdenregion nur 250.000 Barrel täglich fördern dürfe.

Hinter dieser Diskrepanz verbirgt sich ein politischer Konflikt zwischen den Kurden im Norden und der irakischen Regierung. Diese hatte das Förder-Budget gegen den Willen der kurdischen Oppositionspartei durchgesetzt. Die Kurden wiederum hatten bereits im Jahr 2013 damit begonnen, Erdöl über eine eigene Pipeline auf eigene Rechnung ins türkische Ceyhan zu liefern. Die irakische Führung beansprucht jedoch die Kontrolle über die gesamten Erdölvorräte des Landes.

Es gibt zudem Anzeichen dafür, dass auch die Regierung in Bagdad gegen die eigenen Versprechen verstößt. Wie das Wall Street Journal berichtet, gehe aus Plänen hervor, dass der Irak seine Förderung nicht wie angekündigt im Januar um 4 Prozent reduzieren, sondern stattdessen um 7 Prozent erhöhen werde.

Auch die internationale anerkannte Regierung in Libyen steht im Verdacht, sich nicht an die Abmachung zu halten. Offenbar wird sie die Produktion an ihrem größten Ölfeld – der Scharara-Lagerstädte im Südwesten des Landes – im Januar deutlich hochfahren. Die geplanten 1,9 Millionen Barrel am Tag würden die im Oktober kurz vor dem Opec-Abkommen erreichte Fördermenge um 125.000 Barrel täglich übersteigen.

Der Ölpreis hatte sich nach der Opec-Einigung deutlich erholt und zuletzt Werte um 58 Dollar pro Barrel für die Sorte Brent sowie etwa 55 Dollar pro Barrel für die amerikanische Sorte WTI erreicht. Derzeit liegen die Notierungen wieder bei 55 Dollar beziehungsweise 52 Dollar.

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