Börsen: Italienische Banken verlieren, Nervosität wegen Brexit

Die Börsen in Europa beginnen mit der Antizipation des Austritts von Großbritannien aus der EU. Die Unterstützung von Donald Trump für die Briten führt zu einiger Nervosität.

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Die Aktien der italienischen Banken standen am Montag auf den Verkaufszetteln und verloren im Schnitt 1,7 Prozent. Die kanadische Rating-Agentur DBRS hatte die Bonitätsnote des Landes auf „BBB“ von „A“ gesenkt. Händler warnten, für die ohnehin teils in Schieflage operierenden Banken des Landes erhöhe das die Probleme. Der Mailänder Leitindex verlor mit 1,2 Prozent mehr als Dax und EuroStoxx50. Im Dax zählten Deutsche Bank und Commerzbank mit Kursverlusten von über zwei Prozent zu den größten Verlierern.

Lachende Gesichter dagegen bei den Aktionären von Essilor und Luxottica : Die geplante 46 Milliarden Euro schwere Fusion des Brillenglas-Spezialisten mit dem Brillenhersteller löste einen Run auf beide Titel aus. Essilor stiegen in Paris um knapp 19 Prozent – so viel wie noch nie. In Mailand steuerten Luxottica mit einem Kursplus von etwa 15 Prozent auf den größten Tagesgewinn seit rund 17 Jahren zu. Analysten sagten millionenschwere Synergieeffekte voraus.

Dax und EuroStoxx50 verloren insgesamt bis zum Nachmittag je 0,6 Prozent auf 11.556 und 3300 Punkte. Der Euro verbilligte sich um etwa einen halben US-Cent auf 1,0590 Dollar. Ein möglicher Verlust des Zugangs zum EU-Binnenmarkt setzte der britischen Währung zu. „Die anstehende Amtseinführung Trumps am Freitag und die Diskussion um die Art des Brexits machen die Anleger ziemlich nervös“, sagte ein Händler. Am Montag fehlten die US-Investoren, da die New Yorker Börse wegen des Feiertags Martin-Luther-King-Day geschlossen blieb.

Trump hatte in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung in einem Rundumschlag die EU, die Nato und Kanzlerin Angela Merkel kritisiert und erneut mit Strafzöllen auf Importe gedroht. Den Austritt Großbritanniens aus der EU bezeichnete er als klug und Vorbild für andere Länder. Trump drohte BMW Strafzölle an, wenn der Autobauer in Mexiko eine Fabrik baue und die Autos dann in die USA verkaufen wolle. BMW-Aktien verloren bis zu 2,6 Prozent, grenzten später die Verluste aber ein. Die Münchener wollen an ihren Mexiko-Plänen festhalten.

Auch der Brexit warf seinen Schatten voraus: Premierministerin Theresa May will sich am Dienstag dazu in einer Grundsatzrede äußern. Berichte, May werde sich für einen Austritt ohne Zugang zum Binnenmarkt – also einen „harten“ Brexit – aussprechen, wurden von ihrer Sprecherin als Spekulation bezeichnet. Finanzminister Philip Hammond kündigte aber für diesen Fall eine Überarbeitung des britischen Wirtschaftsmodells an.

Das Pfund Sterling rutschte zeitweise um mehr als zwei US-Cent ab und war mit 1,1979 Dollar so billig wie zuletzt vor dreieinhalb Monaten. Da dies britische Waren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht, stieg der Londoner „Footsie“ gegen den Trend um 0,2 Prozent auf 7354,14 Punkten und markierte damit eine neue Bestmarke. Sollte er im Plus schließen, wäre es der 15. Tagesgewinn in Folge – ebenfalls ein Rekord. Gegen den Trend gerieten allerdings die Bankenwerte unter Druck: Barclays und Royal Bank of Scotland verloren je rund zwei Prozent.

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