Trump kündigt „phänomenale“ Erklärung zur Steuerpolitik an

US-Präsident Trump will eine radikale Aussage zur künftigen US-Steuerpolitik machen. Die Wall Street ist elektrisiert.

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US-Präsident Donald Trump hat bei einem Treffen mit Topmanagern von Fluggesellschaften eine große Erklärung zur Steuerpolitik in den kommenden Wochen in Aussicht gestellt. „Wir werden etwas ankündigen, ich würde sagen in den nächsten zwei oder drei Wochen, das in Sachen Steuer phänomenal sein wird und unsere Luftfahrt-Infrastruktur voranbringt“, sagte Trump am Donnerstag in Washington laut Reuters. Einzelheiten nannte er nicht. Auch Präsidialamtssprecher Sean Spicer blieb Einzelheiten schuldig und kündigte lediglich umfassende Steuerreformpläne an. An der Wall Street nährten Trumps Äußerungen die Hoffnung auf einen weltweiten Wirtschaftsboom. Anleger spekulieren darauf, dass die Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten die Konjunktur ankurbelt.

„Die Senkung der Steuerlast für alle amerikanischen Geschäfte ist ein Riesending“, sagte Trump bei seinem Treffen mit den Luftfahrtmanagern. Er hatte in seinem Wahlkampf eine Senkung der Unternehmenssteuern von 35 auf 15 Prozent versprochen. Anleger warten seither ungeduldig auf Konkretes.

Doch auch Präsidialamtssprecher Spicer äußerte sich vage. Die Pläne zur Steuerreform würden umfassend sein, sagte er. Sie solle den Unternehmen Anregungen zur Schaffung neuer Stellen geben und das Wachstum der US-Wirtschaft ankurbeln. Trumps Vorhaben ziele darauf ab, der Mittelschicht Steuererleichterungen zu verschaffen.

Trump beriet mit den Managern auch über die Flugsicherung, die er als obsolet bezeichnete, und über die Infrastruktur im Luft-, Straßen- und Schienenverkehr, die in seinen Augen veraltet ist. Er sei entschlossen, all dies zu ändern, sagte Trump. Die Unternehmer würden erfreut sein, wenn sie seine Vorschläge hörten. Die Regierung werde die Unternehmen unterstützen, indem belastende Bestimmungen zurückgenommen würden.

Die Ankündigungen haben am Donnerstag die Aktienkurse an der Wall Street beflügelt. Alle drei Marktindizes markierten neue Rekordstände. US-Präsident Donald Trump sagte bei einem Treffen mit Topmanagern von Fluggesellschaften, er werde in den kommenden zwei bis drei Wochen etwas „Phänomenales in Sachen Steuern“ verkünden. Der 70-Jährige hatte der Wirtschaft im Wahlkampf steuerliche Vergünstigungen, Deregulierung und Infrastrukturprogramme versprochen, ist Details aber schuldig geblieben. Anleger spekulieren darauf, dass die Wirtschaftspolitik des Präsidenten die Konjunktur ankurbelt. Investoren hätten ein hohes Maß an Zuversicht. Dies deute darauf hin, dass die Rekordjagd an der Wall Street noch nicht zu Ende sei, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent höher auf 20.172 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,6 Prozent auf 2307 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,6 Prozent auf 5715 Punkte.

Bei den Einzelwerten standen die Papiere des Getränkekonzerns Coca-Cola unter Druck. Dessen Umsatz sank im abgelaufenen Quartal um sechs Prozent und damit bereits das siebte Mal in Folge. Die hohe Inflation in einigen lateinamerikanischen Staaten und der gestiegene Dollar belasten das Geschäft. Die Aktie verlor 1,8 Prozent.

Eine Reuters-Meldung zum baldigen Produktionsstart der Model-3-Reihe ermunterte Anleger zum Einstieg bei Tesla: Die Aktien kletterten um 2,7 Prozent.

Der Kurznachrichtendienst Twitter bekommt die Konkurrenz von Angeboten wie Snapchat oder Instagram deutlich zu spüren. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz so gering wie nie seit dem Börsengang im Jahr 2013. Die Papiere brachen um gut zwölf Prozent ein.

Die Rekordjagd an der Wall Street zog auch Europas Börsen nach oben. Der Dax schloss 0,9 Prozent fester mit 11.642 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann 1,2 Prozent auf 3277 Zähler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 840 Millionen Aktien den Besitzer. 1918 Werte legten zu, 1000 gaben nach und 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,91 Milliarden Aktien 2080 im Plus, 798 im Minus und 198 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 16/32 auf 98-23/32. Die Rendite stieg auf 2,397 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-2/32 auf 97-8/32 und rentierte mit 3,016 Prozent. Händler sprachen von Verkäufen nach der jüngsten Rally.

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