US-Arbeitsmarkt: Mehr Jobs mit schlechten Löhnen

Die US-Arbeitsmarktdaten sind nicht schlecht - aber auch kein Anlass zu Euphorie: Die Amerikaner bekommen zwar neue Jobs, werden aber immer noch schlecht bezahlt. Für den nächsten Zins-Schritt dürften die Zahlen jedoch ausreichen.

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Die Chefin der US-Notenbank Federal Reserve, Janet Yellen. Die Amerikaner bekommen zwar neue Jobs, werden aber schlecht bezahlt. (Foto: dpa)

Die Chefin der US-Notenbank Federal Reserve, Janet Yellen. (Foto: dpa)

Durchschnittslöhne in den USA. (Grafik: Zerohedge)

Durchschnittslöhne in den USA. (Grafik: Zerohedge)

Beschäftigungsquote in den USA. (Grafik: Zerohedge)

Beschäftigungsquote in den USA. (Grafik: Zerohedge)

Private Unternehmen und der Staat haben in den USA im Februar insgesamt 235.000 Stellen, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Die separat ermittelte Erwerbslosenquote fiel auf 4,7 Prozent. Damit herrscht zwar de facto Vollbeschäftigung – das erklärte Ziel der Notenbank. Die Federal Reserve hat für Mittwoch eine Zinserhöhung signalisiert. Es wäre die zweite binnen weniger Monate.

Allerdings ist der Aufschwung immer noch mit sehr niedrigen Löhnen verbunden.

Der Anstieg des durchschnittlichen Stundenlohns ist erneut enttäuschend: Er stieg um 0,2 Prozent und blieb damit unter den Erwartungen. Dennoch stieg der durchschnittliche Stundenlohn auf Jahresbasis um 2,8 Prozent, ebenso stieg das durchschnittliche Wochenlohn und lag damit über den Erwartungen.

Seit der Anhebung im Dezember liegt der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld in der Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. Der Euro legte nach den Arbeitsmarktdaten zum Dollar zu. Vor der Börseneröffnung an der Wall Street zeichneten sich anziehende Kurse ab. „Eine Zinserhöhung in der kommenden Woche ist praktisch besiegelt“, sagt Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein voraus.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte einen brummenden Arbeitsmarkt als Bedingung für eine geldpolitische Straffung genannt. Begünstigt von der milden Witterung entstanden am Bau insgesamt 58.000 neue Jobs und damit so viele wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Der seit Januar regierende Präsident Donald Trump will die florierende Konjunktur mit Steuersenkungen und Investitionen noch stärker ankurbeln. Tatsächlich trug der Staat bereits im Februar zum Boom bei: Es entstanden 8000 Stellen.

Zuletzt war die Inflation noch etwas unter der von der Fed angepeilten Marke von 2,0 Prozent geblieben. Yellen dürfte daher mit Erleicherung registrieren, dass die Stundenlöhne anzogen – und zwar im Durchschnitt um 0,2 Prozent. Die Fed will erreichen, dass sich der Aufschwung auf dem Gehaltszettel der Bürger bemerkbar macht und die Inflation ansteigt.

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