Flughafen-Streik: Ryanair fliegt Personal aus dem Ausland ein

Ryanair versucht in Berlin, den Streik des Bodenpersonals ins Leere laufen zu lassen: Die Fluggesellschaft hat Mitarbeiter mit Tageszulassungen aus dem Ausland eingeflogen. Die Gewerkschaft Verdi ist empört.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

+++WERBUNG+++

Ryanair will dem Streik am Berliner Flughafen Schönefeld mit aus dem Ausland eingeflogenem Personal entgehen.

Verdi warf dem irischen Billigflieger Ryanair vor, mit eigenem Personal einen kleinen Teil der Flüge abzufertigen. „Dazu hat die Fluggesellschaft eigenes Personal aus dem Ausland eingeflogen, das jetzt ohne Sicherheitsüberprüfung mit schnell ausgestellten Tagesausweisen auf dem Schönefelder Vorfeld tätig ist“, erklärte Rümker. Verdi sehe dadurch die Sicherheit der Passagiere bedroht und werde den Einsatz von Fremdarbeitskräften beim Luftfahrtbundesamt anzeigen. „Auch der Flughafen ist in der Pflicht, dieses Treiben zu verhindern, weil einmal die Sicherheit der Passagiere gefährdet wird und andererseits der Tarifkonflikt eskaliert“, sagte Enrico Rümker.

Die Gewerkschaft Verdi hat den Streik an den Berliner Flughäfen am Dienstag fortgesetzt. Wegen des Ausstands des Bodenpersonals kommt es zu massiven Einschränkungen im Flugverkehr, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers mitteilte. „In Berlin-Schönefeld sind 125 Flüge gestrichen, in Berlin-Tegel 453.“ Der Streik hatte am Montagmorgen begonnen und soll bis Mittwochfrüh 5.00 Uhr dauern. Streikleiter Enrico Rümker hatte zuletzt angekündigt, Verdi könne weitere Arbeitskämpfe noch in dieser Woche nicht ausschließen. „Das entscheiden wir von Tag zu Tag“, sagte Rümker zu Reuters. Die Chancen stünden 50:50.

Die Gewerkschaft ist nach eigenen Angaben weiter gesprächsbereit, allerdings nur bei einem deutlich verbesserten Angebot. Verdi fordert für die rund 2000 Mitarbeiter des Bodenpersonals eine Erhöhung des Stundenlohns um einen Euro auf zwölf Euro und einen Tarifvertrag mit einjähriger Laufzeit. Die Arbeitgeberseite bietet eine Erhöhung des gesamten Lohnvolumens von acht Prozent über drei Jahre an.

Bereits am Freitag hatte ein Streik zum Ausfall von fast 700 Flügen geführt, betroffen waren Zehntausende Passagiere. Am Montag wurden ebenfalls rund 660 Verbindungen gestrichen.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick