Studie: Mercedes wird BMW und Audi hinter sich lassen

Mercedes konnte die Konkurrenten BMW und Audi im vergangenen Jahr hinter sich lassen. In den kommenden Jahren könnte diese Dominanz verteidigt werden.

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Daimler konnte sich mit seiner Marke Mercedes im vergangenen Jahr von den deutschen Konkurrenten im Premium-Segment, BMW und Audi, absetzen. Dies geht aus einer Studie des CAR-Center Automotive Research unter Leitung von Prof. Ferdinand Dudenhöffer hervor.

Mercedes konnte vergangenes Jahr demnach 2,084 Millionen Fahrzeuge weltweit verkaufen. BMW kam auf 2,003 Millionen und Audi auf 1,868 Millionen. Entscheidend für den Erfolg war der Studie zufolge das starke Abschneiden von Mercedes in China. „So hat Mercedes mit knapp 95.100 Verkäufen in den ersten beiden Monaten des Jahres seinen Absatz um 40 Prozent gesteigert und erstmals mehr Neuwagen in China verkauft als Audi, die einen Verkaufseinbruch von 24 Prozent hinnehmen mußten. BMW-Mini ist in seinen China-Verkäufen zwar ebenfalls mit 15 Prozent gewachsen, bleibt aber in China mit 92.000 Verkäufen ebenfalls hinter Mercedes. Die Voraussetzungen für Mercedes sind gut, auch 2017 einen neuen Spitzenplatz einzunehmen und erstmals die meistverkaufte Premiummarke in China zu werden. Diese Position hatte über lange Jahre Audi aufgebaut. Mit neuem Design, einer Modelloffensive mit deutlichen SUV-Schwerpunkt und der Marktführerschaft im größten Automarkt der Welt kann Mercedes auch in den nächsten Jahren die Wettbewerber Audi und BMW auf Abstand halten“, schreiben die Autoren der Studie.

Ein weiterer wichtiger Faktor für den Erfolg von Mercedes und die guten Zukunftsaussichten sei die Entscheidung gewesen, eigene Modelle im Segment der SUV-Fahrzeuge anzubieten, schreiben die Autoren. „Alle drei Top-Premiummarken wachsen im Absatz deutlich schneller als der Weltmarkt. Ein wesentlicher Grund für das schnellere Wachstum ist die Erweiterung der Modelllinie auf SUV und Kompaktfahrzeuge. SUV haben in den letzten sechs Jahren bei allen dreien einen großen Wachstumsschub erzeugt. Mercedes ist als Spätstarter in das SUV-Verkaufsrennen gegangen – aber mit heute großem Erfolg, der die Wachstumsgeschwindigkeit der Marke prägt. So hat die Marke Mercedes in den letzten sechs Jahren – also von 2010 bis 2016 – ein jährliches Absatzwachstum von 10 Prozent erzielt, während Audi mit durchschnittlich 9,3 Prozent und die Marke BMW mit 8,6 Prozent gewachsen ist. Im Automarkt sind keine Übernachterfolge möglich, der Ausbau der Modelllinien braucht seine Zeit. Auch das ist ein Grund dafür, dass Mercedes in den nächsten Jahren seine Weltmarktführerschaft im Premiumsegment nicht abgeben wird.“

Auch teure Modellwechsel, hohe Kosten für Elektromobilität und schlechtere Geschäfte im wichtigen US-Markt haben BMW hinter Daimler zurückfallen lassen, berichtet Reuters. Außer bei den Verkaufszahlen zogen die Schwaben 2016 auch bei der Profitabilität vorbei, wie die von BMW vorgelegten Zahlen am Donnerstag zeigten. In der Kernsparte Automobile sackte die Rendite (Ebit-Marge) der Münchner trotz Rekordverkaufszahlen auf 8,9 Prozent ab – und lag damit unter den 9,1 Prozent, die Mercedes-Benz 2016 verbuchte. „Wenn der Konkurrent mehr erreichen kann, signalisiert das, dass Restrukturierungsbedarf besteht“, sagte Analyst Frank Schwope von der NordLB. BMW-Chef Harald Krüger müsse zeigen, dass er das Ergebnis in den nächsten Jahren steigern und „mit Mercedes wirklich konkurrieren kann“.

Während die Schwaben den Betriebsgewinn im PKW-Geschäft im vergangenen Jahr steigerten, ging in der Autosparte der Bayern das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 1,8 Prozent auf knapp 7,7 Milliarden Euro zurück und lag damit unter den Erwartungen. Vor allem der Modellwechsel beim absatz- und renditestarken 5er schlug laut BMW zu Buche. Zudem kosteten der Preiskampf und der Hochlauf neuer Technologien rund um Elektromobilität und Vernetzung viel Geld. Analysten waren vor allem von Rückgängen im ohnehin saisonal schwächeren Schlussquartal enttäuscht. „Im vierten Quartal müssen einige Probleme zusammengekommen sein“, sagte Schwope. Das spreche dafür, „dass es nicht rund läuft im Unternehmen“. Arndt Ellinghorst vom Analysehaus Evercore ISI äußerte sich überrascht, dass Konsolidierungen rund ums Leasinggeschäft so deutliche Auswirkungen gehabt hätten. Zudem rechnete er damit, dass BMW im Schlussquartal besonders vorsichtig bilanziert habe – auch mit Blick auf Restwerte von Leasingfahrzeugen.

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