Staatsbank KfW überweist irrtümlich 5 Milliarden Euro auf falsche Konten

Die KfW sorgt mit einer Falsch-Überweisung für Kopfschütteln. Fünf Milliarden Euro wurden irrtümlich an vier Banken überwiesen. Die KfW war zu internationaler Berühmtheit gelangt, als sie Lehman Brothers am Tag der Pleite 320 Millionen Euro überwies.

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Ein Passant geht in Frankfurt am Main an der Zentrale der KfW-Bankengruppe vorbei. (Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Ein Passant geht in Frankfurt am Main an der Zentrale der KfW-Bankengruppe vorbei. (Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Überweisungspanne bei der staatlichen KfW: Die Förderbank transferierte am 20. Februar fälschlicherweise fünf Milliarden Euro an mehrere Banken. Der Fehler sei umgehend bemerkt und behoben worden, das Geld wieder zurückgeholt worden, erklärte das Frankfurter Institut am Freitag auf Anfrage der dpa, nachdem Bloomberg den Fall gemeldet hatte.

Die KfW teilte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten auf Anfrage mit:

„Am Nachmittag des 20.2.2017 ist es kurzzeitig, aufgrund eines Konfigurationsfehlers eines erfahrenen Programmierers der KfW, zu einem Systemfehler einer Zahlungsverkehrssoftware und infolge dessen zu automatischen Mehrfachzahlungen seitens der KfW an vier Banken gekommen. Der Fehler wurde umgehend intern entdeckt und am selben Tag korrigiert. Die zu viel gezahlten Beträge wurden seitens der Banken unmittelbar zurück überwiesen. Die KfW hat unverzüglich die Aufsichtsbehörden über den Vorfall informiert. Zudem wurde sofort eine detaillierte interne und externe Ursachenaufklärung durch die KfW eingeleitet. Notwendige weitere Maßnahmen werden auf Basis der Untersuchungsergebnisse umgesetzt. Hierfür hat die KfW eine spezielle Task Force aufgesetzt.

Die KfW setzt für den Zahlungsverkehr mehrere bankübliche Systeme und Software (Standardsoftware, SWIFT) ein. Im Zusammenspiel leiten diese Systeme nach erfolgter interner Risikoprüfung und Freigabe Zahlungen an die Geschäftspartner über das Bundesbankkonto der KfW durch. An einer von der KfW eingesetzten Zahlungsverkehrssoftware (SWIFT) wurden am 20.2. Arbeiten durchgeführt. Aufgrund eines Konfigurationsfehlers eines erfahrenen Programmierers der KfW ist es dabei zu einer fehlerhaften IT-Konfiguration an dem internen SWIFT-System gekommen. Diese Fehlkonfiguration führte im Zusammenspiel mit einer weiteren von der KfW im Zahlungsverkehr eingesetzten Standardsoftware zu einem unbekannten Systemverhalten: Es wurde ein automatischer Kreislauf erzeugt, der ohne Zutun der KfW wiederholt die Zahlungen auslöste. Der Fehler wurde zügig intern entdeckt und unverzüglich abgestellt.

Die KfW hat frühzeitig das Systemfehlverhalten erkannt, eingedämmt und umgehend das notwendige Prüfungsprozedere eingeleitet. So konnte der Fehler schnell identifiziert und abgestellt sowie das Geld erfolgreich zurückgefordert werden. Wir bedauern, dass es aufgrund von menschlichem Versagen im Rahmen eines Konfigurationsfehlers bei Arbeiten am System zu diesem Vorfall kommen konnte. Die KfW hat sofort eine umfassende interne und externe Prüfung eingeleitet, um die Ursachen detailliert aufzuklären und daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.“

In der Finanzkrise 2008 hatte ein bewusst ausgeführter Millionen-Transfer der KfW für Aufsehen gesorgt: Eine Überweisung von 320 Millionen Euro an Lehman Brothers am Tag des Insolvenzantrags der US-Investmentbank trug der Förderbank des Bundes und der Länder viel Spott ein. Der Fehler trat auf, weil die Kontrolle der Gegenpartei nicht aufgefrischt wurde und die am gleichen Tag von Lehman Brothers erklärte Zahlungsunfähigkeit auf diese Weise unerkannt blieb.

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