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Selbstfahrende Autos: Keine Science Fiction mehr

Das Smartphone auf Rädern wird es nicht geben. Auch das Auto der Zukunft braucht Bremsen, Lenkungen und Achsen. Die Herausforderung liegt in der Kombination aus Hardware und Software.

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Unlängst hörte man aus den USA, der Fahrdienst-Vermittler Uber habe seine Fahrten mit selbstfahrenden Autos gestoppt, nachdem eines der Fahrzeuge in einen Unfall verwickelt war.

Nach Angaben der US-Behörden, die den Vorfall untersuchten, war an dem Zusammenstoß jedoch nicht der Wagen des Fahrdienst-Vermittlers schuld, sondern der Fahrer des anderen Autos, der die Vorfahrt genommen hatte. Niemand sei ernsthaft verletzt worden. Der Wagen war von einer Software gesteuert und ohne einen Passagier an Bord unterwegs. Auch andere sogenannte „Roboterautos“, die in den USA seit 2009 auf den Straßen unterwegs sind, waren seither in etwa ein Dutzend Unfälle verwickelt. Aber meistens fuhren unaufmerksame Menschen auf selbstfahrende Autos auf.

Nicht nur in den USA, auch in Deutschland investieren die Autobauer und Zulieferer in vollautomatisch fahrende Wagen – und zwar in die mit Elektroantrieb. Denn wer nicht rechtzeitig in die smarten Technologien investiert, hat am Ende gegenüber der Konkurrenz das Nachsehen. Fazit: In den kommenden zehn Jahren werden selbstfahrende Autos auch zu unserem Stadtbild gehören.

Zum Beispiel will der Technikkonzern Bosch für selbstfahrende Autos künftig das „Gehirn“ liefern. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz soll ein Fahrzeugcomputer für das autonome Fahren den Wagen selbst durch komplexe Verkehrssituationen leiten. „Wir bringen dem Auto bei, sich selbstständig durch den Straßenverkehr zu bewegen“, sagte Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung. Die Vernetzung der Dinge berge enorme Potenziale für die Mobilität der Zukunft, fügte er hinzu. „Künstliche Intelligenz spielt dabei eine herausragende Rolle.“ Automatisiertes Fahren werde künftig die Faktoren Stress, Emissionen und Unfälle auf Null bringen.

Doch die Zeichen der Zeit stehen auf der Kombination zwischen Soft- und Hardware. Neben der Software brauchen wir „intelligente mechanische Systeme, um Visionen zukünftiger Mobilität umzusetzen“, betonte Vorstandschef Stefan Sommer des Autozulieferers ZF in Friedrichshafen.

Autonome Fahrzeuge müssen riesige Datenmengen aus Dutzenden von Kameras, Laserabstandsmessern und Radar-Sensoren in Echtzeit verarbeiten, um richtige Entscheidungen im Verkehr zu treffen. Dabei trainieren sich die Fahrzeuge ständig selbst, lernen mit jedem Kilometer dazu und teilen das Gelernte mit anderen Fahrzeugen über die Cloud.
Aber: Das Smartphone auf Rädern werde es nicht geben. „Auch das Auto der Zukunft benötigt Bremsen, Lenkungen und Achsen“, so Sommer weiter. „Wir brauchen intelligente mechanische Systeme, um Visionen zukünftiger Mobilität umzusetzen“.

Ebenso wie Bosch setzt auch ZF auf die Zusammenarbeit mit Nvidia, einem US-amerikanischen Chiphersteller. „Mit unseren Grafikchips trainieren neuronale Netze um Zehnerpotenzen schneller“, erklärt Nvidias Europachef Jaap Zuiderveld. „Dies ermöglicht eine Anwendung, die unseren Alltag verändern wird: das automatisierte Fahren“.

Inzwischen hat Volkswagen die Nase vorn. Mit dem Konzeptfahrzeug „Cedric“ gibt der Autobauer einen Vorgeschmack auf seine Pläne für selbstfahrende Autos. Das selbstfahrende Robo-Taxi wird künftig Taxi- und Fahrdienste anbieten und lässt sich via App rufen.