Serie Mittelstand: Mittelständler sollten Commodity-Märkte meiden

Der deutsche Mittelstand treibt international die Innovation voran. In einer DWN-Serie stellen wir einige Geheimnisse vor, warum die deutschen Unternehmen weltweit so erfolgreich sind.

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Bislang konnten Mittelständler sich auch am Commodity-Markt behaupten, doch der Druck durch die Internationalisierung steigt. Gerade in diesen Bereichen, wo standardisierte Produkte von einigen Unternehmen hergestellt werden, entscheiden Einkaufpreise meist über Gewinne. Großkonzerne, die größere Mengen von Rohstoffen abnehmen können, sind hier im Vorteil gegenüber Mittelständlern. Das spürte auch ein deutscher Unternehmer, den wir im Folgenden aus Datenschutzgründen F-Schaum nennen wollen.

F-Schaum verkaufte Jahrzehnte standardisierte Schaumverpackungen und technische Formteile für Arznei- und Lebensmittel. Vater und Sohn hatten gemeinsam die Geschäftsführung inne und das Unternehmen erzielte nur marginale Gewinne, zu stark war der „Preiskampf gegen die Oligopolitik“, heißt es in dem neuen Buch von Heiner Kübler und Carl A. Siebel, „Mittelstand ist eine Haltung. Die stillen Treiber der deutschen Wirtschaft“.

Trotz der sich anbahnenden Probleme überließ der Vater letztlich das Ruder seinem Sohn und machte damit den Weg für einen möglichen Neuanfang frei. Tatsächlich folgte auf den Führungswechsel auch ein Strategiewechsel. Der Sohn setzte darauf, mehr Innovationen voranzutreiben und über neuartige Schaumverpackungen und Formteile nachzudenken – stärker angepasst auf die Bedürfnisse der Kunden. Gleichzeitig wurden Patente angemeldet. Das Unternehmen wandelte sich vom Commodity- zum Speciality-Anbieter.

Dank offener Unternehmenskultur und vielen Gesprächen mit den Mitarbeitern gelang der Umbau in nur vier Jahren. Der Umsatz stieg von 33 Millionen im ersten Jahr auf 50 Millionen im sechsten nach dem Führungswechsel. Ebenso konnte die Rendite verbessert werden. Nach drei Jahren wurde eine Rendite in Höhe von sechs Prozent erreicht, nach sechs Jahren lag diese fast schon im zweistelligen Bereich.

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Das Buch Mittelstand ist eine Haltung: Die stillen Treiber der deutschen Wirtschaft“ ist im September im Econ-Verlag erschienen. Die beiden Autoren Heiner Kübler und Carl A. Siebel schauen dabei hinter die Kulissen des Deutschen Mittelstandes. Erfolg und Misserfolg ist hier gleichermaßen zu finden. Entscheidend jedoch ist, wie die Mittelständler mit den Misserfolgen umgehen.  Bestellen Sie das Buch bei Amazon.