Alitalia am Ende: Insolvenzverfahren eingeleitet

Die Alitalia hat das Insolvenzverfahren eingeleitet, eine Rettung ist damit kaum noch zu erwarten.

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Nicht einmal der Papst kann die traditionsreiche Alitalia retten. (Foto: dpa)

Nicht einmal der Papst kann die traditionsreiche Alitalia retten. (Foto: dpa)

Nach dem Scheitern eines Rettungsplans am Widerstand der Mitarbeiter kommt die italienische Krisen-Airline Alitalia unter Sonderverwaltung. Die Regierung in Rom stimmte am Dienstag einem entsprechenden Antrag des Unternehmens zu und ernannte drei kommissarische Geschäftsführer. Damit sind die Weichen für ein Insolvenzverfahren gestellt. Der Flugbetrieb laufe zunächst weiter, teilte das Unternehmen mit. Die Sonderverwalter sollen prüfen, ob es eine Überlebenschance für die defizitäre Fluggesellschaft gibt oder ob sie abgewickelt werden muss.

Die arabische Fluggesellschaft Etihad erklärte als Großaktionär, um das Überleben des Unternehmens zu sichern, sei eine weitreichende Restrukturierung nötig. „Ohne die Unterstützung aller Beteiligten sind wir nicht bereit, weiterhin zu investieren“, sagte Etihad-Chef James Hogan. Der Air-Berlin-Partner, der auch die deutsche Krisen-Airline bisher mit Finanzspritzen in der Luft gehalten hat, ist seit der jüngsten Restrukturierung 2014 mit 49 Prozent an Alitalia beteiligt.

Alitalia fliegt derzeit eine Million Euro Verlust am Tag ein. Insidern zufolge reicht das Geld noch bis Mitte Mai. Dem Unternehmen droht das Aus, nachdem sich die Mitarbeiter Anfang vergangener Woche gegen einen Rettungsplan ausgesprochen haben, der unter anderem Einschnitte bei Stellen und Gehältern vorsieht. Nun stehen rund ein Jahr vor der Parlamentswahl mehr als 12.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Nach einem Überbrückungskredit im Volumen von bis zu 400 Millionen Euro gewährte die Regierung nun ein weiteres Darlehen über 600 Millionen Euro für sechs Monate. Sie zeigt aber kein Interesse, sich an einer erneuten Finanzspritze zur Rettung der Fluggesellschaft zu beteiligen. Auch eine erneute Verstaatlichung schloss sie aus. Zudem wächst in der Bevölkerung der Widerstand an weiterem Staatsgeld für das Unternehmen, das im abgelaufenen Jahrzehnt bereits sieben Milliarden Euro erhalten hat. Auch europäische Konkurrenten wie die Lufthansa oder der Billigflieger Norwegian Air haben abgewunken.

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