Deutsche Bank: Planlosigkeit bei Postbank kostet Milliarden

Die Deutsche Bank hat beim Zick-Zack-Kurs mit der Postbank Milliarden verbrannt.

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Die Hauptversammlung der Deutschen Bank hat zu Tage gefördert, dass die Planlosigkeit bei der Postbank Milliarden verbrannt wurden.

Die HV im Ticker von Reuters:

15:40 Uhr – Zwölf Stunden dauerte das Aktionärstreffen der Deutschen Bank im vergangenen Jahr. Und die Hoffnung vieler Beteiligter schwindet, dass die Hauptversammlung in diesem Jahr schneller über die Bühne gehen könnte. Es gebe noch über 40 Wortmeldung, sagt Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Die Redezeit pro Aktionär hat er bereits auf fünf Minuten begrenzt, in Kürze will er zudem die Rednerliste schließen.

14:55 Uhr – Die Deutsche Bank will bei der Re-Integration der Postbank die Erfahrungen der Vergangenheit nutzen. „Wir haben bei der erstmaligen Zusammenführung der beiden Banken wertvolle Erfahrungen gemacht, und werden das Erlernte jetzt einfließen lassen“, sagt Konzernchef John Cryan. Der Zickzack-Kurs kommt die Deutsche Bank teuer zu stehen. In die erstmalige Integration des Bonner Instituts habe die Bank bis 2015 etwa 1,4 Milliarden Euro investiert. Dann entschied der damalige Vorstand, sich von der Postbank zu trennen. Die Entflechtung habe rund 200 Millionen Euro gekostet, sagt Cryan. Die im März beschlossene Reintegration der Postbank werde in den kommenden Jahren erneut 1,9 Milliarden Euro kosten.

14:15 Uhr – Die Vermögensverwaltung der Deutschen Bank ist nach ihrem Börsengang offen für Fusionen und Übernahmen. „Der Teilbörsengang gibt uns auch die Möglichkeit, dort, wo es Sinn macht, an der Industrie-Konsolidierung teilzunehmen“, betont Konzernchef John Cryan. Die Bank hat sich für den Börsengang zwei Jahre Zeit gegeben. „Damit fühlen wir uns sehr komfortabel, zumal wir bereits zügig voranschreiten.“ Nach früheren Angaben will die Deutsche Asset Management vom Herbst an bereit dafür sein.

12:48 Uhr – Die Aktionärsvereinigung DSW lehnt die Anträge auf drei Sonderprüfungen bei der Deutschen Bank ab. „Wenn wir uns nicht endlich aufs Geldverdienen konzentrieren, wird das nichts mehr mit unserem Aktienkurs“, sagte DSW-Vizepräsident Klaus Nieding. Das Institut müsse die Sonderprüfungen endlich „abhaken“. Eine Aktionärin hatte den Antrag gestellt, die Rolle von Vorstand und Aufsichtsrat bei drei Skandalen nochmals aufklären zu lassen. Im vergangenen Jahr war sie damit nur knapp gescheitert. Die DSW hatte sich mit der Bank schon 2016 auf eine abgespeckte Sonderprüfung geeinigt.

Nieding macht eine ernüchternde Bilanz auf: Wer vor fünf Jahren 10.000 Euro in Deutsche-Bank-Aktien investiert hat, habe heute gerade noch 6800 Euro. Sein Fazit: „Die zurückliegenden zehn Jahre waren verlorene Jahre.“ Der Vorstand müsse aufhören, an der Strategie herumzubasteln. „Wir wollen jetzt endlich mal geliefert haben.“

12:35 Uhr – Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner darf die Hauptversammlung weiter leiten. 99,75 Prozent der 3600 Aktionäre lehnen den Abwahlantrag ab. Für Anwalt Klaus Nieding, der für die DSW spricht, war das klar: „Es gäbe nur einen Grund, den Versammlungsleiter abzuwählen: wenn er bei der Leitung der Hauptversammlung Fehler gemacht hat.“

11:55 Uhr – Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank sind mehr Aktionäre vertreten als ein Jahr zuvor. Die Präsenz liegt – einschließlich der Briefwahlstimmen – bei 42,8 Prozent, wie Aufsichtsratschef Paul Achleitner bekanntgibt. 2016 waren es um diese Zeit 35,8 Prozent. Allein die chinesische HNA steht für einen Block von 9,9 Prozent.

11:36 Uhr – Bei der Hauptversammlung wird es wieder einmal turbulent. Kaum ist Vorstandschef John Cryan fertig mit seiner Rede, geht es mit einem Abwahlantrag gegen Aufsichtsratschef Paul Achleitner als Versammlungsleiter weiter. Der streitbare Aktionär Michael Bohndorf hält ihn für befangen, weil er seine Pflichten verletzt habe, unter anderem bei der Bewältigung der Altlasten. Achleitner selbst „kann nicht erkennen, was diesen Antrag rechtfertigen würde“. Noch vor der Abstimmung wollen sich weitere Aktionäre dazu äußern. Der erste zieht erst einmal sein Sakko aus, ehe er Achleitner mit einer farbigen Klarsichtfolie die „rote Karte“ zeigt.

11:30 Uhr – John Cryan will „die Marke Deutsche Bank wieder mit Leben füllen“. Statt eines einheitlichen Werbespruchs („Leistung aus Leidenschaft“) sollen Mitarbeiter und Kunden künftig unter dem Hashtag #PositiverBeitrag berichten, was das Geldhaus zum Wohl von Unternehmen und der Gesellschaft beiträgt. Damit will der Brite auch das Image des Instituts im Heimatmarkt verbessern, denn er hat festgestellt: „Die Deutsche Bank und Deutschland – das war nicht immer eine einfache Beziehung, gerade in den vergangenen zwei Jahren nicht.“

11:10 Uhr – Auf der Suche nach einer stärkeren Verwurzelung im Heimatmarkt will die Deutsche Bank wieder deutscher werden. „Wir verstehen uns als DIE Deutsche Bank“, sagt Vorstandschef John Cryan – auf Deutsch natürlich. Sein Vorgänger Anshu Jain hatte sich vor den Aktionären noch simultan übersetzen lassen. Wie stark sich die Zeiten geändert haben, demonstriert der Brite: „Sogar die Namen unserer Geschäftsbereiche versteht man jetzt auf Deutsch.“

10:30 Uhr – Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank wird immer österreichischer. Neben dem zur Wiederwahl anstehenden Chef des Gremiums, Paul Achleitner, sollen gleich zwei neue Mitglieder aus der Alpenrepublik gewählt werden. Neben dem Google-Manager Gerhard Eschelbeck stellt sich auch der Wiener Fondsmanager Alexander Schütz den Aktionären vor, dessen Vermögensverwalter C-Quadrat die 9,9-Prozent-Beteiligung der chinesischen HNA verwaltet. Sie glaube, dass die Deutsche Bank wieder zu alter Stärke zurückfinden werde, nachdem ihre Kapitaldecke wieder „ein vernünftiges Maß angenommen“ habe, begründet der 50-Jährige das Engagement. „Trotzdem bleibt einiges zu tun.“

10:02 Uhr – Rund 9000 Deutsche-Bank-Aktionäre wollen bei der Hauptversammlung ihre Stimme abgeben, wie Aufsichtsratschef Paul Achleitner sagt. Viele von ihnen sind aber nicht selbst in die Festhalle gekommen, sondern lassen ihre Bank oder andere Vertreter abstimmen. Der Saal fasst nur rund 5000 Menschen.

09:35 Uhr – Vorstandschef John Cryan sorgt sich um die Ernährung der Journalisten auf dem Aktionärstreffen. Bei einem Besuch im Medienzentrum der Festhalle hat der Brite nur eine Frage: „Do you feed them?“ („Kriegen die auch was zu essen?“) Die Pressestelle hat vorgesorgt: Es gibt Kaffee, Croissants und belegte Brötchen.

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