Frankreich: Macron trotz Immobilien-Affäre vor absoluter Mehrheit

Die Immobilien-Affäre eines Vertrauten schadet Frankreichs Präsidenten Macron in den Umfragen nicht.

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (L) und seine Frau Brigitte (M) begrüssen am 08.06.2017 Guatemalas Präsidenten Jimmy Morales (R) und seine Frau Patricia (2.v.l.) nach einem Treffen im Elysee-Palast in Paris. (Foto: dpa)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (L) und seine Frau Brigitte (M) begrüssen am 08.06.2017 Guatemalas Präsidenten Jimmy Morales (R) und seine Frau Patricia (2.v.l.) nach einem Treffen im Elysee-Palast in Paris. (Foto: dpa)

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In der Immobilienaffäre um den französischen Wohnungs- und Städtebauminister Richard Ferrand (54) sind laut dpa-AFX neue Einzelheiten bekanntgeworden. Wie der Nachrichtensender BFMTV am Donnerstag berichtete, war bei dem umstrittenen Immobiliengeschäft in der Bretagne auch öffentliches Geld im Spiel – das war bisher nicht bekannt.

Ein Sprecher von Ferrands Partei „La République en Marche!“ (REM) sagte laut Nachrichtenagentur AFP, es habe sich um übliche Praktiken gehandelt. Der Generalsekretär der konservativen Republikaner, Bernard Accoyer, forderte nach einer Erklärung Ermittlungen der nationalen Finanzstaatsanwaltschaft.

Die Affäre ist delikat, denn Ferrand ist Generalsekretär von REM und ein enger Vertrauter von Präsident Emmanuel Macron. Ferrand soll als damaliger Chef der Mutuelles de Bretagne (Krankenversicherungsvereine der Bretagne) seine Lebensgefährtin bei einer Immobilienvermietung bevorzugt haben. Nach den Informationen des Senders sollen die Mutuelles öffentliche Gelder in Höhe von 55 000 Euro erhalten haben, um sich in der Immobilie einzurichten. Die Staatsanwaltschaft in Brest hatte vor einer Woche Vorermittlungen eingeleitet. Ferrand hatte Vorwürfe eines Interessenkonflikts mehrfach zurückgewiesen.

Den Umfragen zufolge spielt die Affäre allerdings keine Rolle bei der Wahlentscheidung. Die Partei des neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron kann einer Umfrage zufolge bei den Parlamentswahlen mit einer deutlichen absoluten Mehrheit rechnen. Seine sozialliberale Partei „La Republique en marche“ kommt auf 360 bis 390 Sitze, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Erhebung des Instituts Harris für den Fernsehsender LCP hervorgeht. Für die absolute Mehrheit sind 289 Mandate in der Nationalversammlung nötig.

Die konservativen Republikaner und ihre Verbündeten kommen demnach auf 125 bis 140 Sitze, die Sozialisten auf 20 bis 30 und die radikale Linke auf 15 bis 25. Der rechtsextreme Front National kann der Umfrage zufolge mit 8 bis 18 Mandaten rechnen. Die Wahlen finden in zwei Runden am Sonntag und am 18. Juni statt.

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