ESM-Chef warnt Griechenland vor Finanzierungs-Lücken

ESM-Chef Regling empfiehlt Griechenland den Schritt an die Kapitalmärkte, um Finanzierungslücken zu vermeiden.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Der Chef des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, drängt Griechenland zur Vorbereitung seiner Rückkehr an den Kapitalmarkt. Das Land müsse dafür eine Strategie entwickeln und mit Investoren ins Gespräch kommen, sagte Regling laut Reuters am Montag vor Journalisten in Brüssel. Schließlich hätten sich andere Länder wie Irland, Portugal und Zypern schon deutlich vor Auslaufen ihrer EU-Hilfsprogramme wieder an die Märkte gewagt, um mögliche Finanzierungslücken zu verhindern. Griechenland dagegen sei seit Beginn der Euro-Krise im Jahr 2009 bis auf die Ausgabe von zwei Anleihen im Jahr 2014 praktisch nicht mehr präsent gewesen. Deshalb sei es wichtig, das Comeback zu planen.

Er habe das Thema in den vergangenen zwei Wochen mit Vertretern der Athener Regierung erörtert, sagte Regling weiter. So solle Griechenland Anleger davon überzeugen, dass es die den Euro-Partnern gegebenen Reformzusagen einhalte. Der ESM-Chef äußerte sich nach einem Treffen der Euro-Finanzminister, bei dem Griechenland anders als meistens in den vergangenen Jahren offiziell nicht auf der Tagesordnung stand. Erst vergangene Woche hatte die Eurogruppe die Auszahlung der dritten Tranche aus dem Hilfspaket beschlossen. Das Geld sei am Montag in Athen angekommen, sagte Regling.

Griechenland will den kleinen und mittelgroßen Unternehmen des Landes mit einer Förderbank unter die Arme greifen. Das staatliche Institut soll bis Mitte 2018 errichtet werden, wie Regierungsvertreter am Montag zur Nachrichtenagentur Reuters sagten. Rund 85 Prozent aller Unternehmen in dem Ägäis-Staat sind kleine und mittelgroße Firmen. Sie prägen die Wirtschaft des hoch verschuldeten Landes. In jüngster Zeit hatten sie es besonders schwer an Kredite zu kommen, da viele griechische Geldhäuser unter einem Berg an faulen Krediten ächzen.

Es wird erwartet, dass die Regierung im September einen entsprechenden Gesetzesvorschlag in das Parlament einbringt. Nach Angaben zweier Insider haben die griechischen Behörden die Weltbank und europäische Behörden um technische Unterstützung gebeten. Griechenlands Partner in der Euro-Zone haben vorläufigen Plänen für die Schaffung einer Entwicklungsbank bereits zugestimmt.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***