Preis-Sturz: Bitcoin droht die Spaltung

Der Preissturz bei Bitcoin beschleunigt sich, die Folgen könnten erheblich sein.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Bitcoin liegt mehr als ein Drittel unter seinem Allzeithoch von Mitte Juni. Hintergrund ist ein Streit in der Community, der sogar zur Spaltung der Kryptowährung führen könnte.

Am Sonntag ging der Handelspreis fast aller Kryptowährungen weiter stark zurück. Bitcoin verlor weitere acht Prozent und handelt derzeit um 1.900 Dollar. Das ist ein Rückgang um mehr als ein Drittel im Vergleich zum Allzeithoch nahe 3.000 Dollar am 12. Juni. So billig wie jetzt war Bitcoin zuletzt Ende Mai.

Der Preissturz bei Bitcoin wird unter anderem mit einem geplanten Software-Upgrade begründet. Dieses Upgrade „SegWit2x“ verfolgt vor allem das Ziel, eine größere Zahl von Transaktionen zu ermöglichen. Denn Bitcoin hatte dieses Jahr schon vorübergehend sein Limit von knapp 300.000 Transaktionen pro Tag erreicht.

Ab dem 21. Juli werden Bitcoin-Miner das Upgrade „SegWit2x“ starten können. Denn sie sind es, die das Bitcoin-Netzwerk am Laufen halten. Wenn bis zum Monatsende mindestens 80 Prozent von ihnen das Upgrade dauerhaft verwenden, dann signalisiert dies die allgemeine Annahme und der Streit in der Bitcoin-Community dürfte damit vorerst beigelegt sein.

Doch für den durchaus möglichen Fall, dass das Upgrade nicht die nötigen 80 Prozent Unterstützung erhält, haben dessen Befürworter weitere Pläne. Ein mögliches Ergebnis des dann folgenden Streits könnte sogar sein, dass es künftig zwei voneinander unabhängige Bitcoin-Netzwerke gibt – ein sogenannter „Split“. Eine der beiden Währungen müsste dann einen neuen Namen erhalten.

Alle Bitcoin-Besitzer hätten dann plötzlich Guthaben in zwei verschiedenen Kryptowährungen. Dass dies nicht unbedingt zu ihrem Nachteil sein muss, hat Ethereum gezeigt. Bei einem „Split“ vor einem Jahr teilte sich das Ethereum-Netzwerk in Ethereum und Ethereum Classic. Jede der beiden Kryptowährungen hat nun seine eigene Blockchain. Und beide haben seitdem deutlich an Wert gewonnen – trotz des aktuellen Absturzes.

Ob aber dieser aktuelle Streit um Bitcoins Zukunft tatsächlich der Grund für den Preisabsturz der letzten Wochen und Tage ist, bleibt unklar. Denn nicht nur Bitcoin hat in den letzten Tagen massive Preisrückgänge verzeichnet, sondern praktisch alle Kryptowährungen. Und deren Preisrückgänge waren in der Regel stärker. Allein am Sonntag brach Ether um etwa 16 Prozent ein und Ripple um etwa 19 Prozent.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***