Südwest-Sparkassen wappnen sich mit Eigenkapital für neue Krise

Die Sparkassen in Baden-Württemberg wollen beim Eigenkapital keine Experimente machen.

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Die Sparkassen gehen auf Nummer Sicher. (Foto: dpa)

Die Sparkassen gehen auf Nummer Sicher. (Foto: dpa)

Den Sparkassen in Baden-Württemberg wollen sich mit einer dickeren Eigenkapitaldecke für den nächsten Abschwung wappnen. Die Finanzbehörden zwängen die Institute, Rückstellungen für faule Kredite angesichts der geringen Ausfallraten aufzulösen, berichtete der baden-württembergische Sparkassenpräsident Peter Schneider am Mittwoch in Stuttgart laut Reuters. Doch das sei kurzsichtig: Wenn es mit der Konjunktur abwärts gehe, stünden die öffentlich-rechtlichen Institute mit der niedrigsten Risikovorsorge ihrer Geschichte da und müssten bei Kreditausfällen ihr Eigenkapital antasten. „Wir müssen Eigenkapital, Eigenkapital und nochmal Eigenkapital bilden“, forderte Schneider.

Die Wirtschaft im Südwesten Deutschland hängt an der Auto- und der Maschinenbau-Industrie. Die 51 baden-württembergischen Sparkassen kämen im Schnitt auf eine Kernkapitalquote von gut 15 Prozent, das sei mehr als doppelt so viel wie die Bankenaufseher verlangten, sagte Schneider. Doch das sei noch nicht genug. Für die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), an der die Sparkassen beteiligt sind, gelte das Gleiche.

Trotz schwindender Zinsüberschüsse wollten die Sparkassen von Privatkunden auch künftig keine Strafzinsen verlangen, sagte Schneider. „Mit uns wird es keine Negativzinsen geben, wenn es irgendwie geht. Betriebswirtschaftlich müssten wir es heute schon tun.“ Den Sparkassen in Baden-Württemberg entgingen durch die Strafzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) 75 Millionen Euro pro Jahr. Insgesamt rechnet der Sparkassenverband damit, dass der Zinsüberschuss seiner Mitglieder jedes Jahr um 100 Millionen Euro schrumpft. Für 2017 geht Schneider deshalb von einem Rückgang des operativen Ergebnisses um zehn Prozent aus. 2016 waren es 1,7 Milliarden Euro.

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