Katars Devisen-Reserven brechen ein

Die von Saudi-Arabien angeführten Sanktionen haben zu einem deutlichen Absinken der Devisenreserven Katars geführt.

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Der US-Außenminister Rex Tillerson (r) und der Außenminister von Katar, Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani. Die Devisen des Landes sinken drastisch. (Foto: dpa)

Der US-Außenminister Rex Tillerson (r) und der Außenminister von Katar, Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani. (Foto: dpa)

Katar bekommt die von anderen arabischen Staaten auferlegten Sanktionen wirtschaftlich zu spüren, berichtet Reuters. Die internationalen Devisen-Reserven des Golfemirats fielen auf den tiefsten Stand seit mindestens fünf Jahren. Im Juni brachen die Devisen-Bestände um 10,4 Milliarden Dollar auf 24,4 Milliarden Dollar ein, wie aus am Sonntag veröffentlichten Daten der Zentralbank hervorgeht.

Wegen des offiziellen Vorwurfs der Terrorismusunterstützung setzen mehrere mächtige Nahost-Länder Katar in einer konzertierten Aktion massiv unter Druck. Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain brachen Anfang Juni ihre diplomatischen Verbindungen zu Katar ab. Die Regierung Katars weist die Vorwürfe einer Terrorunterstützung zurück und sieht wirtschaftliche und geopolitische Gründe hinter den Maßnahmen.

Im Streit zwischen den vier arabischen Staaten und dem Golfemirat zeichnet sich indes keine Entspannung ab. Die Vertreter von Saudi-Arabien, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain erklärten zwar am Sonntag ihre Bereitschaft zu einem Dialog mit Katar, allerdings müsse das Emirat die Bedingungen erfüllen, die die vier Staaten dem Land gestellt hätten.

So müsse Katar die Bereitschaft zeigen, die Finanzierung des Terrorismus und die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten zu beenden, sagte Bahrains Außenminister Scheich Chalid bin Ahmed al-Chalifa am Sonntag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinen Kollegen. Außerdem müsse Katar auf die 13 Forderungen der vier Staaten reagieren. Dazu gehören die Einstellung der Unterstützung der radikal-islamischen Muslimbruderschaft, die Schließung des Fernsehsenders Al-Dschasira und des türkischen Militärstützpunktes in Katar sowie eine Reduzierung seiner Beziehungen zu Iran, dem Erzfeind Saudi-Arabiens.

Der saudiarabische Außenminister Adel al-Dschubeir schränkte zugleich ein, es sei offensichtlich, dass Katar nicht bereit sei, auf die Forderungen einzugehen. Neue Sanktionen gegen Katar beschlossen die Minister aber nicht. Die vier Staaten hatten am 5. Juni einen Boykott Katars verkündet und seitdem den Handel unterbrochen sowie Verkehrwege blockiert. Iran und die Türkei sprangen ein, um die Versorgung Katars sicherzustellen.

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