Nach Erdogans Attacke: Gabriels Frau belästigt und bedroht

Nach einer Attacke des türkischen Präsidenten Erdogan haben laut Bundesaußenminister Gabriel Unbekannte seine Frau telefonisch bedroht.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat über persönliche Drohungen gegen seine Familie berichtet, die im Zusammenhang mit den aktuellen Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan stünden. „Über die Art und Weise, wie Erdogan das macht, fühlen sich einige offensichtlich motiviert und versuchen, meine Frau zu bedrängen und zu belästigen“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Dies sei „ein schlimmes Ergebnis“. Zuvor hatte die in Ludwigshafen erscheinende Rheinpfalz über Äußerungen Gabriels zu der Attacke berichtet: Auf den Anrufbeantworter in der Zahnarztpraxis seiner Frau seien in der zurückliegenden Nacht Drohungen gesprochen worden. Von wem die Drohungen stammen, ist nicht bekannt.

Die Zeitung berichtete außerdem, dass Gabriel am Vormittag in den Räumlichkeiten des Vereins Ciao im Ludwigshafener Hemshof über Erdogan gesagt habe, der Putschversuch in der Türkei vor einem Jahr sei zwar schlimm gewesen, aber nun mache Erdogan seinen „eigenen Putsch“.

Vor einem Monat hatte die Bundesregierung ihren moderaten Kurs gegenüber Erdogan aufgegeben. Gabriel ließ die Reisehinweise verschärfen und warnte deutsche Unternehmen vor Investitionen in der Türkei. „Ich glaube, dass wir auf eine längere Strecke diese neue Politik fortführen müssen und nicht glauben dürfen, in ein paar Wochen ist das erledigt“, hatte Gabriel kürzlich in einem dpa-Interview gesagt.

„Wenn die Spitze eines Staates anfängt, derartig gegenüber Personen vorzugehen, gibt es leider Menschen, die meinen, sie hätten das Recht, dann auch noch persönliche Bedrängnisse zu organisieren“, sagte Gabriel am Montag der dpa bei einer „Europapolitischen Schiffstour“ mit dem saarländischen SPD-Spitzenkandidaten Heiko Maas im saarländischen Perl. Dies sei leider in seiner Familie passiert.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***