USA beliefern Litauen erstmals mit Flüssiggas

In Litauen ist am Montag die erste Lieferung von amerikanischem Flüssiggas eingetroffen.

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Am Montag hat Litauen seine erste Lieferung von Flüssiggas (LNG) aus den USA erhalten. Zuvor hatten die Regierung in Vilnius und die US-Energiefirma Chenerie Energy einen Vertrag über die Lieferung von LNG-Gas unterzeichnet, damit Litauen seine Abhängigkeit von russischen Energieimporten reduzieren kann. Der stellvertretende Missionschef der U.S. Botschaft in Litauen, Howard Solomon, sagte, dass die US-Regierung nicht in den Deal zwischen Chenerie Energy und Litauen involviert gewesen sei.

„Das ist für die gesamte Region von entscheidender Bedeutung (…). Wir wollen unsere Beziehung zu den USA in vielen Bereichen – zusätzlich zu Verteidigung und Sicherheit – zementieren. Energiehandel ist einer der strategischen Bereiche für die Zusammenarbeit“, sagte Litauens Außenminister Linas Linkevicius dem englischsprachigen Dienst von Reuters. Die litauische Regierung schätzt, dass die Hälfte des litauischen Gasverbrauchs im aktuellen Jahr durch LNG gedeckt werden kann. Das Land will vor allem LNG von Norwegens Gas-Riesen Statoil importieren.

Die Regierung schätzt, dass sie die Hälfte ihres Gasverbrauchs im Jahr 2017 als LNG importieren wird – auch hier vor allem aus Norwegens Statoil. Der Rest wird über eine Gaspipeline aus Russland importiert. Im kommenden Jahr soll Chenerie Energy seine Flüssiggas-Lieferungen nach Litauen drastisch erhöhen.

„Wir sind glücklich, einen Punkt erreicht zu haben, wo der Import von Gas aus den USA nicht nur politisch wünschenswert, sondern auch kommerziell lebensfähig ist“, sagte Energieminister Zygimantas Vaiciunas.

Im Juli hatte auch der polnische Energieriese PGNIG seine erste Lieferung von US-LNG erhalten. US-Präsident Donald Trump hatte vor dem G-20-Gipfel im Juli Warschau besucht. Bei seinem Polen-Besuch hatte er aktiv für US-amerikanisches LNG geworben. Im Fokus der US-Regierung steht vor allem, die osteuropäischen Staaten mit LNG zu beliefern. Trump hatte im Juni seine neue Energiepolitik erläutert. Die USA wollen demnach zum Weltmarktführer bei Erdöl und Erdgas werden und sich aus der Abhängigkeit der Golfstaaten befreien. Die EU ist der weltgrößte Importeur von Erdgas.

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