Syrische Armee auf breiter Front in der Offensive

Die syrische Armee befindet sich in der Offensive. Die Terrormiliz IS ist in schwere Bedrängnis geraten.

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Die syrische Armee (SAA) befindet sich im Syrien-Konflikt derzeit in der Offensive. Sie hat nach der Befreiung der strategisch wichtigen Stadt Huwaysis bei Homs in Zentralsyrien jetzt auch Verbände der Terrormiliz ISIS am Ölfeld al-Mahr (ebenfalls bei Homs) umzingelt. Das Ölfeld, das eines der größten Ölfelder Syriens ist, befindet sich seit Dezember 2016 unter der Kontrolle von ISIS, berichtet die Nachrichtenagentur Tasnim.

Die SAA hatte zuvor nach Angaben der syrisch staatlichen Nachrichtenagentur SANA auch das Gebiet Qarnet Shaabet Ekko in West-Qalamoun (bei Damaskus) im Südwesten des Landes von der Terror-Miliz ISIS befreit. Qarnet Shaabet Ekko befindet sich 2.364 Meter über dem Meeresspiegel und ist somit strategisch wichtig. Als Ergebnis dieses Erfolgs hat die SAA die Möglichkeit, den südlichen Bereich von West-Qalamoun zu beobachten und die Feuerkontrolle über das Gebiet Jabal Halima zu übernehmen. In Jabal Halima befindet sich eine hohe Konzentration an ISIS-Kämpfern.

Die ISIS-Kämpfer in der syrischen Wüste sind laut Aktivisten von der Armee inzwischen komplett eingeschlossen worden. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mitteilte, schnitten die Regierungstruppen die letzte Versorgungsroute der IS-Kämpfer ab, indem sie die Region Dschabal Dahek unter ihre Kontrolle brachten.

Laut den für Medien kaum überprüfbaren Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle dauerten die Gefechte in der Stadt Al-Suchna weiter an. Al-Suchna ist eine der wenigen größeren Siedlungen in der Wüste. Die riesige und äußerst dünn besiedelte Wüste in Zentrum des Landes war seit 2014 unter Kontrolle der Dschihadisten.

Die Armee hatte im Mai eine Großoffensive begonnen, um die Badija genannte Wüste zurückzuerobern, die sich auf 90.000 Quadratkilometern bis zur jordanischen und irakischen Grenze erstreckt. Nach der Vertreibung der Dschihadisten aus der Wüste können sich die Regierungstruppen an die Rückeroberung von Deir Essor machen, der letzten Provinz unter Kontrolle der IS-Miliz.

Auch an anderen Orten steht ISIS unter starkem Druck. Der US-Sondergesandte für Syrien, Brett McGurk, hatte sich am 19. August 2017 mit Stammesführern in der nordsyrischen Provinz Rakka getroffen, um sie für die Befreiung der derzeit noch von ISIS gehaltenen Stadt Rakka zu mobilisieren. McGurk meldete per Twitter, dass die Gespräche sehr gut verlaufen seien. Nach Angaben von Newsweek soll es sich bei den Stammesvertretern um Personen handeln, die zuvor ISIS unterstützt hatten und nun die Seiten wechseln. Die USA bereiten eine Operation mit den Kurden-Milizen vor, um Rakka zu befreien. Nach Angaben von Newsweek könnte es allerdings massive Probleme zwischen den arabischen Stämmen in Rakka und den Kurden-Milizen geben, da die Araber die ethnisch-nationalistischen Aspirationen der Kurden ablehnen. Die Kurden laufen Gefahr, sich mit ihren expansionistischen Ambitionen alle Gruppen in der Region zu Feinden zu machen.

Der iranische Generalstabschef Mohammed Bagheri sprach am Dienstag mit iranischen Pressevertretern, berichtet die türkische Zeitung Aydinlik. Er sagte, dass er sich mit seinem türkischen Amtskollegen Hulusi Akar und dem türkischen Präsidenten Erdogan bei seinem Besuch in Ankara darauf geeinigt habe, dass der Norden Syriens erneut komplett unter die Kontrolle der syrischen Regierung fallen soll. Der türkische Generalstabschef werde alsbald nach Teheran kommen, um weitere Details zu besprechen, so Bagheri.

Am Dienstag hatte der katarische Fernsehsender Al Jazeera erstmals nach sechs Jahren wieder damit begonnen, Baschar al-Assad als „syrischen Präsidenten“ zu titulieren, so OdaTV. Zuvor wurde er vom Sender über Jahre hinweg als „Kopf des syrischen Regimes“ umschrieben, während die internationalen Söldner in Syrien als „Freiheitskämpfer“ umschrieben wurden.

Bei Luftangriffen der von den USA angeführten Anti-ISIS-Koalition auf die Stadt Rakka sollen indes seit Montag mindestens 42 Zivilisten ums Leben gekommen sein, berichtet die BBC.

Auf Nachfrage der Deutschen Wirtschafts Nachrichten, ob der Bericht über die zivilen Opfer zutreffe, sagte der Pentagon-Sprecher Adrian J.T. Rankine-Galloway:

Die Koalition nimmt alle Behauptungen über zivile Opfer ernst und beurteilt alle glaubwürdigen Vorwürfe möglicher ziviler Opfer. Die Ergebnisse aller Einschätzungen, was auch Rakka umfasst, werden in einer monatlichen Pressemitteilung über zivile Opfer mit den Ergebnissen aller glaubwürdigen und nicht-glaubwürdigen Vorwürfe und den noch ausstehenden Einschätzungen veröffentlicht. ISIS ist ein entschlossener Feind, der eine breite Palette von barbarischen Taktiken verwendet, wie die Verwendung von Zivilisten als menschliche Schutzschilde, der Einsatz chemischer Waffen, die Nutzung von Häusern als Kampfpositionen, Schulen als Waffenlagereinrichtungen und Moscheen sowie Krankenhäuser als Grundlagen für ihre terroristischen Operationen. Die Koalitionskräfte arbeiten sorgfältig und wohlüberlegt, um bei den Luftschlägen präzise zu agieren. Die Koalition respektiert Menschenleben und unser Ziel ist es, immer null menschliche, zivile Opfer zu haben. Sie trifft alle angemessenen Vorkehrungen bei der Planung und Durchführung von Luftangriffen, um das Risiko für die Zivilbevölkerung zu reduzieren. Die Koalition hält sich an strenge Targeting-Prozesse und Verfahren zur Minimierung von Risiken für Personen, die nicht an den Kampfhandlungen beteiligt sind. In Übereinstimmung mit den Gesetzen des bewaffneten Konflikts und zur Unterstützung ihrer verbündeten Kräfte, die ihr Leben jeden Tag im Kampf gegen einen bösen Feind riskieren, wird die Koalition damit fortfahren, Luftschläge gegen valide militärische Ziele durchzuführen – nachdem sie die Prinzipien der militärischen Notwendigkeit der Menschlichkeit, der Angemessenheit und der Differenzierung beachtet hat. In Koordination mit unseren Partnern vor Ort aktualisiert die Koalition immer ihre Taktik, um die sich verändernden Umgebungen im Irak und in Syrien zu berücksichtigen. Diese Prozedur umfasst die Auswahl von Plattformen und Munition bei Luftschlägen, die für das spezifische Ziel und die Mission am besten geeignet sind.

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