Spekulanten aktiv: Starker Anstieg bei Kreditausfall-Versicherungen

Die Zahl der Hedgefonds und Banken, die mit hochriskanten Kreditderivaten handeln, ist im laufenden Jahr stark gestiegen.

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Die Zahl der Hedgefonds und Banken, die mit hochriskanten Kreditderivaten handeln, ist im laufenden Jahr deutlich gestiegen. Wie die Financial Times berichtet, hätten sich die Umsätze im Markt für Kreditausfall-Versicherungen („Credit Default Swaps“ – CDS) im laufenden Jahr bereits auf zwischen 20 Milliarden Dollar und 30 Milliarden Dollar belaufen. Schätzungen zufolge betrugen die Umsätze im gesamten vergangenen Jahr nur etwa 15 Milliarden Dollar und 2015 nur etwa 10 Milliarden Dollar.

Bei den Kreditausfall-Versicherungen handelt es sich um Wertpapiere, die zur Auszahlung eines bestimmten Geldbetrages für den Käufer der Papiere führen, wenn ein bestimmtes Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit anmeldet. Der Handel mit Derivaten wie die CDS, verpackt in „Paketen“ zusammen mit anderen Wertpapieren wird von zahlreichen Beobachtern dafür verantwortlich gemacht, dass sich die Finanzkrise ab dem Jahr 2007 global schnell ausbreiten konnte.

Die FT berichtet, dass nun immer mehr Hedgefonds in diese riskanten Papiere investieren, um Renditen in einer Größenordnung zu erzielen, welche im derzeitigen Marktumfeld aufgrund der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken kaum mehr zu erreichen sind. Mit den risikoreichsten Tranchen solcher CDS ließen sich demnach noch Gewinne zwischen 10 Prozent und 20 Prozent erwirtschaften. „Hochprofessionelle Investoren wie Apollo, Brigade Capital und Blue Mountain gehören zu denjenigen, die Tranchen mit Laufzeiten von 2 bis 3 Jahren gekauft haben“, schreibt die FT.

Problematisch ist vor allem, dass der CDS-Handel nicht über staatlich regulierte Handelsplätze, sondern im unregulierten „over the counter“-Handel abgewickelt wird.

Bedenklich ist zudem, dass inzwischen auch institutionelle Großinvestoren und Banken angefangen haben sollen, solche Papiere in ihr Portfolio aufzunehmen. Der FT zufolge gehören dazu auch Pensionsfonds aus Kanada und Neuseeland. Die US-Großbank Citigroup soll führend in das Geschäft verwickelt sein, gefolgt von JPMorgan Chase und der französischen Großbank BNP Paribas. „Der Zinsnotstand in anderen Märkten hat auch andere Banken wie Goldman Sachs dazu gedrängt, sich für das Produkt zu interessieren“, schreibt die FT.

„Ich habe Angst davor“, sagte ein Händler, der nach dem Risiko befragt wurde, dass es zu zahlreichen Ausfällen von Unternehmen kommt. „Aber ich denke nicht, dass es passieren wird.“