USA stoppen Ausbildung von türkischen Kampf-Piloten

Die USA entsenden vorerst keine Ausbilder mehr in die Türkei, um türkische Piloten an der F-16 auszubilden.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und US-Außenminister Rex Tillerson am 30.03.2017 in Ankara. Zwischen den Ländern herrscht Uneinigkeit über die Ausbildung von Kampf-Piloten. (Foto: dpa)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und US-Außenminister Rex Tillerson am 30.03.2017 in Ankara. (Foto: dpa)

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Die USA weigern sich, Ausbilder in die Türkei zu entsenden, damit diese türkische Kampf-Piloten für die F-16 ausbilden können, berichtet Defense World. Nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 hatte die türkische Regierung 447 Mitglieder der türkischen Luftwaffe unter dem Putsch-Vorwurf entlassen. Davon waren 103 Piloten, berichtet Airline Haber. Die Zeitung Karar hat die Namensliste der entlassenen Mitglieder der türkischen Luftwaffe veröffentlicht.

Pakistan war zwar bereit, Ausbilder in die Türkei zu entsenden, damit diese die neu eingestellten Piloten ausbilden können, doch die US-Regierung machte Druck auf Islamabad und verhinderte eine Entsendung. Stattdessen forderte sie, dass die Türkei ihre neuen Kampf-Piloten zur Ausbildung in die USA entsenden soll. Die türkische Regierung weigerte sich und forderte eine Ausbildung auf türkischem Boden. Die Türkei verfügt über 240 Kampfjets, von denen die meisten Jets der F-16-Klasse sind. Das Land hatte die F-16-Jets von der US-Rüstungsfirma Lockheed Martin gekauft. Die Weigerung der Amerikaner, Ausbilder in die Türkei zu entsenden, könnte nach Angaben von Defense World zu neuen Spannungen zwischen Ankara und Washington führen. Die US-Regierung ist vor allem unzufrieden mit dem Plan der türkischen Regierung, S-400-Raketenabwehrsysteme aus Russland zu kaufen. Die Türkei war zuvor bereit, US-amerikanische Raketensysteme zu kaufen. Allerdings forderte die türkische Regierung einen Technologietransfer, was die US-Regierung entschieden ablehnte. Bei einem möglichen S-400-Deal zwischen der Türkei und Russland wird die Türkei hingegen die Möglichkeit haben, russische Waffentechnologie in das Inventar der türkischen Armee zu transferieren.

Der regierungskritische türkische Militärstaatsanwalt Ahmet Zeki Üçok stuft die Lage der türkischen Luftwaffe als kritisch ein. Mitglieder der islamistischen Sekte des Predigers Fethullah Gülen seien nach wie vor am besten innerhalb der türkischen Armee organisiert, sagte er dem Sender CNN Turk. Diese Gruppe innerhalb der türkischen Streitkräfte werde erneut einen Putschversuch unternehmen, sobald die Voraussetzungen gegeben seien. Zu diesen Voraussetzungen gehören die Entmachtung des Präsidenten, ein Anstieg des Terrors in Verbindung mit einer Wirtschaftskrise und Unruhen, so Üçok.

 

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