Putin will ausländische Software durch russische Produkte ersetzen

Die US-Regierung hat alle Behörden aufgefordert, Software-Programme von Kaspersky innerhalb von 90 Tagen zu deinstallieren.

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Firmenchef Eugene Kaspersky auf der CeBIT Messe in Hannover im Jahr 2014. (Foto: dpa)

Firmenchef Eugene Kaspersky auf der CeBIT Messe in Hannover im Jahr 2014. (Foto: dpa)

Der russische Präsident Wladimir Putin hat IT-Unternehmen in Russland aufgerufen, bevorzugt in Russland entwickelte Software zu nutzen. Dadurch solle der Einsatz von ausländischen Produkten in bestimmten Sektoren wegen der „hohen Sicherheitsrisiken“ nicht mehr nötig sein. Die IT-Branche in Russland sollte sich darauf spezialisieren, mehr heimische Produkte zu entwickeln und Spezialisten anzuheuern, sagte Putin am Freitag bei einem Treffen mit Vertretern von Informations- und Kommunikationsunternehmen in der Region Perm laut TASS.

Aktuell produzieren russische Unternehmen etwa 30 Prozent des Bedarfs im russischen Markt. Putin sagte: „Im Hinblick auf die Sicherheit haben wir bestimmte Anforderungen für Industrien uns Regionen.“ Die betreffe nicht nur die Rüstung, sondern auch den Energiesektor. Allerdings ist Russland noch nicht so weit: Putin sagte, wenn es den russischen Unternehmen gelänge, vergleichbare Produkte herzustellen, werde Russland die eigenen Produkte gegenüber ausländischen Angeboten bevorzugen.

Die protektionistische Maßnahme spiegelt die Entwicklung in den USA wider. Allerdings sind die Amerikaner schon einen Schritt weiter: Die US-Regierung hat den eigenen Behörden die Nutzung von Produkten der populären russischen Softwarefirma Kaspersky verboten berichtet Reuters. Der Einsatz von Anti-Virus-Software von Kaspersky könne die nationale Sicherheit gefährden, begründete die Regierung von Präsident Donald Trump ihre Vorgabe am Mittwoch. Man sei besorgt, dass Kaspersky anfällig für eine Einflussnahme durch die russische Regierung sei.

Russland kritisierte den Schritt. Er könne eine Erholung der bilateralen Beziehungen erschweren, teilte die russische Botschaft in Washington mit. Die Entscheidung sei nach einer Risikoanalyse getroffen worden, sagte Rob Joyce, im US-Präsidialamt zuständig für Cyber-Sicherheit. Kaspersky erhalte nun die Möglichkeit, schriftlich Stellung zu nehmen.

Das Heimatschutzministerium forderte die Behörden auf, den Gebrauch der Software binnen 90 Tagen zu beenden. Die amtierende Heimatschutzministerin Elaine Duke sagte, dass die russischen Geheimdienste per Gesetz dazu ermächtigt seien, Unterstützung von Kaspersky einzuholen.

Bereits im Juli hatte die US-Regierung die Nutzung der Virenprogramme eingeschränkt. Die Beschaffungsbehörde GSA strich die Firma damals von einer Liste zugelassener Anbieter für Produkte für die Internetsicherheit.

Die weltweit aktive Softwarefirma, die zu den bekanntesten Anbietern im Bereich Cyber-Sicherheit gehört, wies die Vorwürfe zurück und erklärte, diese beruhten auf falschen Anschuldigungen und fehlerhaften Annahmen. Das Unternehmen hat wiederholt beteuert, keine Beziehungen zu Regierungen zu unterhalten und niemals einer Regierung bei Cyber-Spionage zu helfen. In der vergangenen Woche hatte der größte US-Elektronikhändler Best Buy bekanntgegeben, die Produkte der russischen Firma aus den Regalen zu nehmen.

Die Maßnahme der US-Regierung ist im übergeordneten Rahmen der zunehmenden Spannungen zwischen beiden Staaten zu verstehen. Jüngster Höhepunkt der Auseinandersetzungen war der Beschluss zu weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen russische Unternehmen im Energiebereich im August.

Kaspersky bietet auch im deutschsprachigen Raum Programme zum Schutz von PCs und mobilen Geräten an. Zu seinen Kunden zählt das 1997 gegründete Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 400 Millionen Privatpersonen und rund 270.000 Unternehmen.

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