Umfrage: Linkspartei und AfD kämpfen um dritten Platz

Im Bund sind derzeit nur die große Koalition und Schwarz-Grün-Gelb möglich.

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Die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht (r), spricht am 05.09.2017 in Berlin, beim letzten offiziellen Sitzungstag des Bundestages vor der Bundestagswahl 2017. (Foto: dpa)

Die Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht (r), spricht am 05.09.2017 in Berlin, beim letzten offiziellen Sitzungstag des Bundestages vor der Bundestagswahl 2017. (Foto: dpa)

Wenige Tage vor der Bundestagswahl am Sonntag liegen laut einem aktuellen Insa-Meinungstrend für die „Bild“-Zeitung die Parteien der großen Koalition weiter klar vorn. CDU/CSU kommen auf 36 Prozent, die SPD auf 22 Prozent.

Die Linkspartei (elf Prozent) legt demzufolge einen halben Punkt zu, die Grünen (sieben Prozent) einen ganzen Punkt. Die AfD (elf Prozent) hält laut der Insa-Umfrage ihre Ergebnisse aus der Vorwoche.

Die FDP kommt lediglich auf neun Prozent.

Die Parteien der großen Koalition kommen demnach zusammen nur noch auf 58 Prozent der Stimmen, über neun Prozentpunkte weniger als 2013 (67,2 Prozent). Trotzdem gibt es für die GroKo weiterhin eine klare parlamentarische Mehrheit.

Ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen kommt laut Umfrage auf zusammen 52 Prozent, auch dies wäre eine klare Regierungsmehrheit. Alle Regierungsbündnisse unter Führung der SPD kommen dagegen nicht über 40 Prozent: Eine Ampelkoalition würde 38 Prozent erreichen, Rot-Rot-Grün 40 Prozent. Auch Schwarz-Gelb oder Schwarz-Grün wären chancenlos.

Insa-Chef Hermann Binkert fasste in der „Bild“ zusammen, Union und SPD verlören etwa jeden siebten Wähler von 2013. Jamaika oder GroKo seien die einzigen Alternativen für die Regierungsbildung. AfD und Linke hätten die größten Chancen auf Platz Drei.

Für den Insa-Meinungstrend im Auftrag von „Bild“ wurden vom 15. bis zum 18. September 2017 insgesamt 2042 Bürger befragt. Die Umfragen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, weil die Parteien ein Interesse haben, in der Schlussphase ihre Leute noch einmal zu aktivieren.

Die AfD dagegen dürfte eher unterbewertet sein, weil sich viele Wähler öffentlich nicht zu der Partei bekennen möchten. Für die FDP spielen Umfragen eine untergeordnete Rolle: Sie geht davon aus, in die Regierung zu kommen und beansprucht schon einmal vorsorglich den Posten den Finanzministers: „Die FDP sollte in keine Regierung eintreten, in der sie nicht den Finanzminister stellt“, sagte FDP-Vorstandsmitglied Alexander Hahn der Bild“. Nur so könnten zentrale Wahlversprechen wie eine bessere Finanzierung der Bildung und eine Reform des Steuersystems gewährleistet werden.

Auch die Grünen wollen vor allem in die Regierung, müssen jedoch kämpfen, weil sie in den vergangenen Monaten in einigen Umfragen immer wieder gefährlich an der 5 Prozent-Grenze entlanggeschrammt sind.

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