Industriekonzern ABB kauft Elektrosparte von General Electric

Der Schweizer ABB-Konzern kauft die Elektrosparte von General Electric.

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Das ABB-Logo. Der Schweizer Konzern kauft einen Teil von General Electric. (Foto: dpa)

Das ABB-Logo. (Foto: dpa)

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Der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB stemmt den zweiten milliardenschweren Zukauf innerhalb eines halben Jahres. ABB übernimmt vom Rivalen General Electric für 2,6 Milliarden Dollar dessen Elektrifizierungsgeschäft und baut damit die Marktposition in den USA weiter aus, berichtet Reuters. Doch auf ABB-Chef Ulrich Spiesshofer und seine Kollegen wartet viel Arbeit, denn GE Industrial Solutions verliert Marktanteile im Heimatmarkt und hinkt den Konkurrenten bei der Rentabilität hinterher. „Wir wissen genau, wie wir dieses Geschäft wieder zum Blühen bringen“, erklärte Spiesshofer am Montag.

Mit der Übernahme verkürzt ABB den Rückstand auf die französische Schneider, den Weltmarktführer bei Elektrifizierung. Nummer drei in dem Geschäft ist Eaton, gefolgt von Siemens. GE Industrial Solutions erwirtschaftet mit Anlagen, Geräten und Software zur Stromverteilung einen Umsatz von 2,7 Milliarden Dollar, ABB verkauft in ihrer Sparte Elektrifizierungsprodukte fast vier Mal soviel. Die operative Marge der Amerikaner ist mit rund sechs Prozent nicht einmal halb so hoch bei ABB. Entsprechend werde der Zukauf die Rentabilität des ABB-Geschäftsbereichs vorerst einmal schmälern.

GE habe in Industrial Solutions jahrelang zu wenig investiert, weil es als Randgeschäft galt, erklärte Spiesshofer. „Sie wissen was mit einem ungeliebten Kind passiert“, erklärte er. „Es bekommt vielleicht nicht genug Aufmerksamkeit, um sich voll zu entwickeln.“ ABB wolle nun die Technologie-Investitionen hochfahren. Bis 2020 soll die Ebita-Marge der gesamten Sparte wieder in der angepeilten Bandbreite von 15 bis 19 Prozent liegen.

Der seit 2013 amtierende Spiesshofer hatte sich zunächst vor allem mit Kostensenkungen einen Namen gemacht. Doch inzwischen hat er auf Wachstum umgeschaltet. Im April schluckte ABB den österreichischen Steuerungshersteller Bernecker & Rainer für knapp zwei Milliarden Dollar. Spiesshofer deutete an, dass die Zeit der größeren Akquisitionen vorerst wohl vorbei ist. Auch nach dem Kauf des GE-Geschäfts hat der Konzern zwar noch Geld in der Kasse. Weil die Zürcher das drei Milliarden Dollar schwere Aktienrückkaufprogramm stoppen, dürfte sich daran auch nichts ändern. An Grenzen stoße vielmehr die Integrationskapazität des Managements.

An der Börse löste die Übernahme wenig Euphorie aus, die ABB-Aktie gewann 0,4 Prozent. „Angesichts des nicht sonderlich profitablen Geschäfts von Industrial Solutions ist das kein Schnäppchen“, erklärte ZKB-Analyst Richard Frei. Die Marktteilnehmer hätten einen Zukauf in einem anderem Bereich bevorzugt, ergänzte Panagiotis Spiliopoulos von der Bank Vontobel. ABB erwartet, dass der GE-Deal im ersten Halbjahr 2018 abgeschlossen werden kann. Teil der Vereinbarung sei, dass ABB danach die Marke GE nutzen dürfe.

Die Übernahme hatte sich bereits abgezeichnet. Reuters hatte im August von Insidern erfahren, dass ABB und der US-Konzern die Verhandlungen darüber wieder aufgenommen haben. Die Amerikaner sind seit Jahren dabei, das Geschäft zu straffen und haben unter anderem die Bereiche Haushaltsgeräte und Medien verkauft. Zusätzlicher Druck bekommt GE von Nelson Peltz vom Hedgefonds Trian Fund, der eine Konzentration auf das Industriegeschäft sowie Kostensenkungen fordert. ABB dagegen hatte sich Forderungen des aktivistischen Investors Cevian, die Stromnetzsparte zu verkaufen, widersetzt.

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