Saudi-Arabien erlaubt Frauen das Autofahren

Saudi-Arabien gestattet als letztes Land der Welt den Frauen das Autofahren.

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Aziza Yousef fährt am 29.03.2014 ein Auto in Riad – damals noch bei einer Demonstration. Nun ist das Autofahren Frauen legal gestattet. (Foto: dpa)

Aziza Yousef fährt am 29.03.2014 ein Auto in Riad – damals noch bei einer Demonstration. (Foto: dpa)

Anuj Chopra von der AFP berichtet:

Als letztes Land der Welt erlaubt Saudi-Arabien Frauen das Autofahren. König Salman habe per Dekret angeordnet, Führerscheine auch an Frauen auszugeben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Dienstagabend. Ab Juni kommenden Jahres dürfen Frauen demnach am Steuer sitzen. Menschenrechtsaktivisten hatten seit mehr als drei Jahrzehnten gegen das Fahrverbot für Frauen gekämpft.

Die historische Entscheidung ist Teil eines gigantischen Reformprojektes: Im Rahmen von Vision 2030 will Riad seine Wirtschaft und Gesellschaft umfassend modernisieren. Die treibende Kraft dahinter ist der 32-jährige Kronprinz Mohammed bin Salman, der als Hoffnungsträger gilt. Mehr als die Hälfte der Einwohner im Land sind jünger als 25 Jahre.

In dem streng islamisch konservativen Land unterliegen Frauen zahlreichen Beschränkungen: Noch immer muss ein männlicher Vormund – meistens der Vater, Ehemann oder Bruder – erlauben, dass eine Frau studieren oder reisen darf.

Zuletzt gab es einige behutsame Lockerungen: Erst am vergangenen Wochenende begingen Männer wie Frauen den Nationalfeiertag erstmals gemeinsam tanzend auf der Straße. Frauen ist außerdem zum ersten Mal Zutritt zu einem Sportstadion gewährt worden, wo sie in Begleitung ihrer Familien die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag verfolgen konnten. Im Juli erlaubte das Bildungsministerium die Teilnahme von Mädchen am Sportunterricht staatlicher Schulen.

Einige Experten werfen Riad vor, mit den revolutionären Ausweitungen von Frauenrechten nur vom scharfen Vorgehen der Regierung gegen Kritiker ablenken zu wollen. Im September waren mehr als 20 Menschen festgenommen worden, unter ihnen einflussreiche Kleriker und Aktivisten.

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