Zahl der Millionäre weltweit deutlich gestiegen

Einer Studie zufolge ist die Zahl der Millionäre weltweit im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

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Die Zahl der Millionäre ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahr weltweit um acht Prozent auf einen neuen Höchststand von 16,5 Millionen gestiegen. Diese Menschen verfügten über ein Vermögen von zusammen 63,5 Billionen Dollar, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung der Beratungsfirma Capgemini. Die meisten Millionäre leben demnach in den USA, Japan, Deutschland und China – in diesen Ländern sind fast zwei Drittel von ihnen zu Hause. Frankreich überholte Großbritannien und rückte damit auf Platz fünf vor.

Einen Grund für den Anstieg nannte die Studie nicht. Allerdings hat die ultralockeren Geldpolitik der Zentralbanken die Aktienmärkte rund um den Globus auf Rekordstände getrieben. Der in Aktien angelegte Anteil der Vermögens stieg zuletzt stark an. Der norwegische Pensionsfonds hatte zuletzt die Marke von einer Billion Dollar verwaltetem Vermögen überstiegen und dies insbesondere mit den starken Kurssteigerungen an den Aktienmärkten begründet.

Dem Bericht zufolge beschleunigten sich weltweit die HNWI-Wachstumsraten im Jahr 2016: Die Zahl der vermögenden Privatanleger wuchs um 7,5 Prozent gegenüber 4,9 Prozent im Jahr 2015 während das Vermögen um 8,2 Prozent gegenüber 4,0 Prozent im Jahr 2015 zulegte. In Deutschland gab es im Vergleich zu 2015 über 81.000 Millionäre mehr, (2015: 1.198.700, 2016: 1.280.300) ein Wachstum von ungefähr 7 Prozent.

Allgemein ist in den Regionen Asien-Pazifik, Nordamerika und Europa, die Anzahl der HNWIs (High Net Worth Individuals) um etwa 7,5 Prozent gestiegen, deren Vermögen wuchs um etwa 8,2 Prozent. Damit setzt sich der Wachstumstrend des Vorjahres in Nordamerika als auch in Europa fort. In der Asien-Pazifik-Region, die in den Jahren zuvor als stärkster Wachstumsmarkt galt, hat sich das Wachstum etwas verlangsamt (Anstieg Anzahl der HNWIs 2014-2015: 9,4 Prozent; 2015-2016: 7,4 Prozent und Anstieg des HNWI Vermögens 2014-2015: 9,9 Prozent; 2015-2016: 8,2 Prozent).

Einige Märkte, darunter Russland und Brasilien, verbesserten ihre Position unter den 25 Ländern mit den meisten Millionären deutlich: Russland verzeichnete nach einem moderaten Rückgang im Jahr 2015 das höchste Wachstum, mit rund 20 Prozent sowohl für die HNWI-Bevölkerung als auch deren Vermögenswerte. In Brasilien wuchs die Anzahl der HNWIs zweistellig, nachdem sie 2015 deutlich zurückgegangen war. Es wird erwartet, dass das Vermögen der HNWI weiterhin im Durchschnitt um rund 5,9 Prozent jährlich wächst und bis 2025 auf über 100 Billionen US-Dollar ansteigt.

Hybride Beratungsmodelle geben Vermögensverwaltungsunternehmen die Möglichkeit, einen besseren Service für ihre Kunden anzubieten und den Herausforderungen des Markts zu entsprechen. Der WWR 2017 zeigt, dass auf Seiten der Kunden die Bereitschaft zur Nutzung hybrider Beratungsmodelle steigt, wenn bereits eine etablierte Geschäftsbeziehung mit dem Vermögensverwalter besteht. Zu Beginn der Zusammenarbeit hingegen bevorzugen fast zwei Drittel der HNWIs (60,2 Prozent) den direkten Austausch mit einem persönlichen Vermögensverwalter. In dieser Phase geht es darum, die individuelle Kundensituation zu verstehen und das Risikoprofil zu erstellen. Sobald die Investmentstrategie erstellt und umgesetzt wird, nimmt die Bedeutung persönlicher Beratung bereits deutlich ab und erreicht im After-Sales beim Investmentreporting nur noch 37,5 Prozent (gegenüber 42,7 Prozent bei Hybrid- und 19,7 Prozent bei Automatisierungslösungen).

Klaus-Georg Meyer, Leiter Business & Technology Consulting Financial Services Deutschland bei Capgemini: „Die Ergebnisse des diesjährigen World Wealth Report zeigen, dass hybride Beratungsangebote bei der Vermögensverwaltung eine immer größere Rolle spielen. Viele Banken haben den Trend erkannt und sind dabei, ihr Angebot in diesem Bereich aus- oder zunächst noch aufzubauen. Allerdings gehen sie meist noch zögerlich vor und wagen nur kleine Schritte. Dies wird nicht ausreichen, um in dem zunehmenden Wettbewerb mit Fintechs bestehen zu können und den wachsenden digitalen und hybriden Anforderungen ihrer Kunden gerecht zu werden.“

Die Akzeptanz hybrider Beratungsangebote ist regional und demografisch jedoch unterschiedlich. In Europa und Asien-Pazifik (ohne Japan) sind HNWIs am ehesten dazu bereit, hybride Dienstleistungen in den meisten Phasen des Beratungszyklus in Anspruch zu nehmen, während HNWIs in Nordamerika am wenigsten dazu tendieren. Die jüngeren HNWIs (unter 40 Jahre) bevorzugen mittlerweile einen hybriden Ansatz in allen Phasen der Beratungsbeziehung.

Die Führungskräfte der Vermögensverwaltungsgesellschaften sind sich der Bedeutung hybrider Beratungsmodelle bewusst, haben aber bisher keine großen Fortschritte erzielt. Das Angebot von hybriden Beratungsleistungen ist für 71 Prozent der HNWIs ein ausschlaggebender Punkt, wenn sie ihr Vermögen bei ihrem bevorzugten Vermögensverwalter konsolidieren.

Laut World Wealth Report könnte es sein, dass in den kommenden Jahren sogenannte BigTechs Wealth-Management-Dienstleistungen anbieten werden. BigTech ist ein allgemeiner Begriff für datengetriebene Technologieunternehmen wie Google, Amazon, Alibaba, Apple und Facebook, die traditionell nicht in Finanzdienstleistungen vertreten sind. Mehr als die Hälfte der HNWIs (56,2 Prozent) sind offen gegenüber BigTech-Dienstleistungen im Vermögensverwaltungsbereich und erwarten Effizienz, Transparenz, Innovation und exzellente Online-Funktionen, so der Report. Während BigTechs ihren Eintritt in die Vermögensverwaltung noch nicht offiziell angekündigt haben, sind sich etablierte Unternehmen der potenziellen Wettbewerber bewusst, haben aber unterschiedliche Meinungen und Vorstellungen über mögliche Auswirkungen.