Euro-Clearing: Deutsche Börse baut Konkurrenz zu London auf

Die Deutsche Börse will Banken, die die Euro-Zahlungsabwicklung in Frankfurt ansiedeln, Konzessionen machen.

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Ein Geschenk vor Euro-Scheinen. Auch beim Euro-Clearing sollen Geschenke verteilt werden. (Foto: dpa)

Ein Geschenk vor Euro-Scheinen. (Foto: dpa)

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Die Deutsche Börse buhlt im Ringen um die Abwicklung von Euro-Zahlungsabwicklungen, sogenanntes Euro-Clearing, um die Gunst der Banken. Die zehn aktivsten Kunden sollen am wirtschaftlichen Erfolg des Dax-Konzerns bei der Abwicklung der Zinsswaps beteiligt werden, wie der Frankfurter Börsenbetreiber am Montag mitteilte. Bisher wird der Großteil der Geschäfte, mit denen sich Unternehmen gegen Zinsänderungsrisiken absichern, in London abgewickelt. Die Deutsche Börse hofft, im Zuge des Brexit einen bedeutenden Teil des billionenschweren Derivate-Marktes abzuwerben.

Neben einer Erfolgsbeteiligung sollen die zehn aktivsten Teilnehmer des Partnerschaftsprogramms in die Gremien der zuständigen Deutsche-Börse-Tochter Eurex Clearing eingebunden werden. Bank of America Merrill Lynch, Citigroup, Commerzbank, Deutsche Bank, J.P. Morgan und Morgan Stanley hätten Interesse an einer Teilnahme an dem Programm gezeigt, erklärte die Börse. Die Registrierung für das Programm starte am Dienstag.

Die EU-Kommission hatte im Juni einen Gesetzentwurf vorgestellt, wonach Derivate-Geschäfte in Euro künftig in der EU abgewickelt werden müssen, wenn das Clearing-Haus systemrelevant ist, also eine Schlüsselrolle für das Finanzsystem spielt. Clearing-Häuser stehen im Handel zwischen Käufer und Verkäufer und springen ein, wenn einer der Handelspartner ausfällt. Damit sorgen sie für Transparenz und Sicherheit des Finanzsystems.

Den Großteil aller in Euro gehandelten Zinsswaps wickelt derzeit die LCH ab, eine Tochter der Londoner Börse LSE. Sie ist mit einer Tochter auch in Paris vertreten.