Mediziner warnen vor „Antibiotika-Apokalypse“

Die Resistenz vieler Menschen gegen Antibiotika stellt nach Ansicht von Forschern die gesamte moderne Medizin in Frage.

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Eine Petrischale mit MRSA-Keimen (Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus), aufgenommen am 10.04.2017 im Universitätsklinikum Regensburg. (Foto: dpa)

Eine Petrischale mit MRSA-Keimen (Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus), aufgenommen am 10.04.2017 im Universitätsklinikum Regensburg. (Foto: dpa)

Britische und US-Forscher schlagen Alarm: Ein neuer Trend zeige, dass sich die Resistenz gegen den Antibiotika-Wirkstoff Colistin in den vergangenen 18 Monaten rasant verbreitet habe: In einer Gegend Chinas haben Forscher festgestellt, dass bereits 25 Prozent der Krankenhauspatienten Bakterien mit dem Gen mcr-1 in sich tragen. Dieses Gen neutralisiert die Wirkung von Colistin. Colistin gilt als letzte Hoffnung und wird bei Erkrankungen verschrieben, wenn ein Patient bereits gegen andere Antibiotika Resistenz gezeigt hat.

Der Guardian zitiert die oberste britische Gesundheitsverantwortliche, Sally Davies: „Die Welt steht von einer Antiobiotika-Apokalypse.“ Sollten nicht rasch Maßnahmen ergriffen und neue Antibiotika entwickelt werden, könnten schon einfach Operationen oder Infektionen tödliche Folgen haben.

Forscher, die sich in dieser Woche in Berlin zu einem Kongress über die Folgen der Antibiotika-Resistenz treffen, sagen, dass die Entwicklung die moderne Medizin unmöglich machen würde. Die Menschheit stehe vor ähnlichen Risiken wie vor hundert Jahren, bevor Alexander Fleming im Jahr 1928 das Penicillin entdeckte.

Die Ursachen sind die zu häufige Einnahme von Antibiotika auch bei leichten Erkrankungen, die Antibiotika-Rückstände in Flüssen und Böden durch die Landwirtschaft sowie die Verwendung von Antibiotika in der Massentierhaltung.