Auswärtiges Amt gibt erste Schätzungen zum Familiennachzug bekannt

Das Auswärtige Amt hat erste Zahlen zum erwarteten Familiennachzug vorgelegt.

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Die deutsche Botschaft in Ankara, aufgenommen am 19.10.2010, gibt erste Schätzungen zum Familiennachzug bekannt. (Foto: dpa)

Die deutsche Botschaft in Ankara, aufgenommen am 19.10.2010. (Foto: dpa)

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Rund 70.000 Syrer und Iraker bemühen sich laut dpa derzeit um einen Familiennachzug zu Angehörigen in Deutschland. Die dpa beruft sich auf Auskünfte aus dem Auswärtigen Amt. Demnach liegen an den zuständigen deutschen Auslandsvertretungen in Beirut, Amman, Erbil, Ankara, Istanbul und Izmir in dieser Zahl Terminanfragen für einen Nachzug zu syrischen und irakischen Schutzberechtigten vor. Von Anfang 2015 bis Mitte 2017 erteilte das Außenamt bereits rund 102.000 Visa zum Familiennachzug für Syrer und Iraker. Auf Basis der Terminbuchungen und bisheriger Werte schätzt das Ministerium, dass bis 2018 etwa 100.000 bis 200.000 weitere hinzukommen könnten.

Asylsuchende, die in Deutschland Schutz bekommen, dürfen Ehepartner und minderjährige Kinder zum Teil nachholen. Andersherum dürfen auch anerkannte minderjährige Flüchtlinge ihre Eltern hinterherholen. Für eine bestimmte Gruppe mit eingeschränktem Schutzstatus, subsidiär Geschützte, hatte die große Koalition den Familiennachzug im März 2016 beschränkt und für zwei Jahre ausgesetzt: bis März 2018.

Das Auswärtige Amt ist dafür zuständig, Visa zum Familiennachzug zu erteilen. Von Januar 2015 bis Ende Juni 2017 bewilligte das Außenamt nach eigenen Angaben weltweit 230.000 solcher Anträge. Das betrifft Menschen aus allen möglichen Staaten jenseits der EU – und nur zu einem Teil Flüchtlinge. Unter den anerkannten Schutzberechtigten mit Anspruch auf Familiennachzug bilden Syrer mit Abstand die größte Gruppe. Zwischen Anfang 2015 und Mitte 2017 gingen 102.000 Visa zum Familiennachzug an Syrer und Iraker, rund 3000 an Afghanen.

Einkalkuliert seien hier die Angehörigen der etwa 128.000 syrischen und irakischen subsidiär Schutzberechtigten, die ab März 2018 wieder den Familiennachzug beantragen könnten. Wie viele davon Gebrauch machten, lasse sich nicht vorhersagen.

Offen ist aber auch, ob die Beschränkung im März 2018 überhaupt ausläuft. Dies wird in den Gesprächen über eine Jamaika-Koalition eine Rolle spielen. Die Grünen wollen – anders als die Union –, dass subsidiär Geschützte künftig wieder ihre Familie nachholen können.

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